Liveticker Ukraine-Krieg – Medienbericht: Rund 80.000 fahnenflüchtige Ukrainer seit Anfang 2026

10.05.2026 11:06 Uhr
11:06 Uhr
Feuerwehr kämpft weiter gegen Brand in Tschernobyl-Sperrzone
Hunderte Feuerwehrleute haben am Samstag weiter gegen einen Waldbrand in der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine angekämpft. Das nach ukrainischen Angaben durch zwei russische Drohnen am Donnerstag ausgelöste Feuer erfasste inzwischen mehr als 1.200 Hektar. Insgesamt waren 374 Personen an den Löscharbeiten beteiligt.
Der ukrainische Zivilschutz teilte auf der Plattform X mit, die Lage sei vollständig unter Kontrolle.
#Київщина: у Зоні відчуження триває ліквідація масштабної лісової пожежіЧерез сильні пориви вітру вогонь стрімко поширюється територією, охоплюючи нові квартали лісового масиву. Орієнтовна площа пожежі вже становить понад 1100 га.Роботи тривають. pic.twitter.com/YsHTHFcywE
— DSNS.GOV.UA (@SESU_UA) May 8, 2026Die Agentur Ukrinform berichtete unterdessen, dass von dem Brand keine radioaktive Gefahr ausgehe.
10:34 Uhr
Medienbericht: Rund 80.000 fahnenflüchtige Ukrainer seit Anfang 2026

SymbolbildIryna Rybakova / AP Die russische Zeitung Komsomolskaja Prawda stellt einen akuten Personalmangel in den ukrainischen Streitkräften fest und kommt zum Schluss, dass bis zu 80.000 ukrainische Soldaten seit Anfang dieses Jahres eigenmächtig die Truppe verlassen haben könnten. In seinen Hochrechnungen stützt sich das Blatt auf die ukrainischen Sicherheitsbehörden, Parlamentarier und örtliche Medien. Demnach könnte die Gesamtzahl der fahnenflüchtigen Ukrainer seit dem Ausbruch des Krieges mehr als 250.000 betragen.
Bis Oktober 2025 hatte die Staatsanwaltschaft der Ukraine jeden Monat Statistiken zu fahnenflüchtigen Armeeangehörigen veröffentlicht. Später hörte die Behörde aber mit dieser Praxis auf, indem sie als Grund für diese Entscheidung auf Fragen der nationalen Sicherheit verwies. Den Daten zufolge verließen 17.000 bis 18.000 Soldaten monatlich den Wehrdienst. Im Oktober 2025 brach dieser Kennwert die 20.000-Marke.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew betrug die Gesamtzahl der Fahnenflüchtigen Stand Mitte Januar 2026 ungefähr 200.000. Dabei kehrten nur 3.000 bis 4.000 Mann monatlich zum Wehrdienst zurück. Rechnet man die neuen Fälle hinzu, müsste die Gesamtzahl der fahnenflüchtigen Ukrainer jetzt zwischen 250.000 und 270.000 liegen.
Einigen Parlamentariern und Militärs zufolge soll die Desertionsquote seitdem auf dem gleichen Niveau geblieben oder aber inzwischen gestiegen sein.
10:00 Uhr
Merz: "Es steht außer Frage, dass Russland eine unmittelbare Bedrohung für uns darstellt"

Am Samstag war Friedrich Merz als CDU-Parteichef beim Parteitag der schwedischen Konservativen von Ministerpräsident Ulf Kristersson zu Gast. In seiner Ansprache warnte er vor einer "unmittelbaren Bedrohung" durch Russland. Zugleich positionierte er Deutschland als "Anker der Stabilität" und betonte das Ziel, die Bundeswehr zur "stärksten konventionellen Armee Europas" zu machen.
Das Video gibt es hier auf unserer Website zu sehen.
09:31 Uhr
Beschuss auf Siedlungen im Gebiet Cherson: 40 Geschosse aus Ukraine abgefeuert
Die Behörden im von Russland kontrollierten Teil des Gebiets Cherson melden andauernde Angriffe auf Siedlungen am linken Dnjepr-Ufer. Den Angaben zufolge habe die ukrainische Artillerie im Laufe des 9. Mai 18 Geschosse auf fünf Ortschaften abgefeuert. Die Zahl der eingeschlagenen Geschosse listen die Behörden wie folgt auf:
- Aljoschki — 4,
- Welikaja Lepeticha — 4,
- Dnjeprjany — 3,
- Zarskoje — 2,
- Nowaja Kachowka — 5.
Wie die Behörden weiter mitteilen, habe der Beschuss auch in der Nacht zum Sonntag angedauert. Auf zivile Infrastrukturen der von Russland kontrollierten Ortschaften Welikaja Lepeticha, Nowaja Kachowka, Kachowka, Proletarka und Dnjeprjany seien insgesamt 22 Geschosse abgefeuert worden.
Berichte über Opfer und Schäden liegen bislang nicht vor.
09:07 Uhr
EU-Ratspräsident Costa: EU wird mit Russland reden müssen
EU-Ratspräsident António Costa hat am Europatag die grundsätzliche Offenheit der EU für Gespräche mit Russland bekräftigt. In Brüssel sagte er, man sei bereit, sich an Friedensverhandlungen zu beteiligen, um einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine zu erreichen. Im richtigen Moment werde man natürlich Gespräche mit Russland führen müssen, um gemeinsame Sicherheitsfragen zu besprechen.
Zugleich machte Costa deutlich, dass es keine Alleingänge der EU geben soll. Man wolle die Friedensinitiative von US-Präsident Donald Trump nicht stören, betonte er.
Kurz vor dem Auftritt in Brüssel hatte Costa am Samstagvormittag mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij telefoniert. In sozialen Netzwerken schrieb Costa zu dem Austausch:
"Die Zukunft der Ukraine liegt in der Europäischen Union. Wir freuen uns darauf, die nächsten Schritte in ihrem Beitrittsprozess so bald wie möglich zu gehen."
08:35 Uhr
Schäden durch ukrainische Artillerie- und Drohnenangriffe auf Grenzgebiet Kursk
Die ukrainischen Streitkräfte setzen trotz der von Russland verkündeten dreitägigen Waffenruhe ihre Attacken auf das russische Grenzgebiet Kursk fort. Gouverneur Alexander Chinschtein berichtet in der täglichen Statistik auf der Plattform MAX über Artillerie- und Drohnenangriffe auf die Region. Wie der Politiker mitteilt, seien im Zeitraum von 8 Uhr MESZ am 9. Mai bis 8 Uhr MESZ am 10. Mai 98 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Zudem habe die gegnerische Artillerie in dieser Zeit 102-mal grenznahe evakuierte Ortschaften unter Beschuss genommen. Es habe darüber hinaus 18 Angriffe gegeben, bei denen unbemannte Luftfahrzeuge Sprengsätze auf Objekte im Gebiet Kursk abgelassen hätten.
Chinschtein meldet keine Opfer unter der Zivilbevölkerung. Der Politiker berichtet aber über Schäden in den Siedlungen Durowo, Krupez und Rschweka. Dort seien insgesamt zwei Wohnhäuser und ein Getreidespeicher beschädigt worden.
08:02 Uhr
Fico will keinen "Eisernen Vorhang zwischen EU und Russland"
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat seine Teilnahme am Weltkriegsgedenken in Moskau verteidigt und zur neuerlichen Zusammenarbeit Europas mit Russland aufgerufen. In einem Facebook-Video auf dem Rückflug aus Moskau nach Bratislava sagte der Politiker:
"Ich lehne einen neuen Eisernen Vorhang zwischen der EU und Russland ab."
Er und seine Regierung hätten "Interesse an normalen, freundschaftlichen und gegenseitig vorteilhaften Beziehungen" zur Großmacht Russland ebenso wie zu allen anderen Ländern, die daran interessiert seien.
Die Absicht der EU, sich vollkommen von russischen Energielieferungen loszulösen, betrachte er als rein "ideologisch" und zudem "schädlich für die europäische Konkurrenzfähigkeit". Es sei ein Fehler, "aus Hass gegen Russland eine Energie-Abhängigkeit durch eine andere zu ersetzen, diesmal eine amerikanische, die noch dazu weitaus teurer ist".
07:29 Uhr
DVR meldet sieben ukrainische Angriffe binnen 24 Stunden

Archivbild: Folgen einer ukrainischen Attacke auf die Stadt Donezk, 2. April 2026DMITRI JAGODKIN / TASS Die Behörden in Donezk haben innerhalb der vergangenen 24 Stunden sieben Angriffe durch ukrainische Truppen registriert. Demnach wurden auf das Territorium der Volksrepublik sieben Geschosse abgefeuert. Bei den Angriffen in der Zeitspanne von 0 Uhr am 9. Mai bis 0 Uhr am 10. Mai (Ortszeit) kam eine zivile Person ums Leben. Drei weitere friedliche Einwohner erlitten Verletzungen. Durch den Beschuss wurden ein Wohnhaus und mehrere Autos beschädigt.
Am Vortag hatten die Behörden von Donezk 13 Angriffe aus der Ukraine gemeldet. Dabei wurde eine zivile Person verletzt. Zu Schaden kamen elf Wohnhäuser, vier zivile Infrastrukturobjekte, ein Linienbus und mehrere Autos.
9.05.2026 21:00 Uhr
21:00 Uhr
Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!
20:56 Uhr
Putin: Konflikt nähert sich einem Ende

Der russische Präsident Wladimir Putin am 9. Mai 2026 während einer Pressekonferenz im KremlGawriil Grigorow / TASS Nach Ansicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin sieht es so aus, als ob sich der Ukraine-Konflikt einem Ende nähert.
Während einer Pressekonferenz in Moskau betonte der Präsident, dass die USA aufrichtig einen Frieden anstreben. Der Konflikt sei jedoch in erster Linie eine Angelegenheit Russlands und der Ukraine.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.



