Liveticker Ukraine-Krieg: Russland hat nun "Schlüssel zum letzten Bollwerk" des Gegners im Donbass

4.07.2026 17:04 Uhr
17:04 Uhr
Militärpräsenz im Baltikum: Deutsche Soldaten auf den Straßen "mehr als willkommen"

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Freitag die Staats- und Regierungschefs der baltischen Staaten in Berlin empfangen. Ein zentrales Thema des Treffens war die Ausgestaltung der deutschen Militärpräsenz an der NATO-Ostflanke. Der lettische Staatspräsident Edgars Rinkēvičs bewertete die veränderte Führungsstruktur im nördlichen Baltikum und betonte:
"Die Tatsache, dass das deutsch-niederländische Korps die Verantwortung für die Verteidigung von Lettland und Estland übernommen hat, wird von uns sehr hoch geschätzt."
Merz verknüpfte die geopolitischen Interessen der Bundesrepublik direkt mit der Region und erklärte:
"Die Sicherheit des Baltikums ist auch die Sicherheit Deutschlands."
Der litauische Staatspräsident Gitanas Nausėda kommentierte die für das kommende Jahr geplante dauerhafte Verlegung einer kompletten deutschen Brigade und die damit verbundene Etablierung ausländischer Kräfte im öffentlichen Raum:
"Sie sind mehr als willkommen."
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16:20 Uhr
Russlands Verteidigungsministerium: Massiver ukrainischer Raketenangriff vereitelt
In der Nacht auf den 4. Juli haben russische Luftabwehrkräfte einen massiven ukrainischen Raketen- und Drohnenangriff vereitelt. Wie Russlands Verteidigungsministerium berichtet, habe es sich bei dem Angriff um einen Versuch Kiews gehandelt, von den Folgen des russischen Angriffs auf ukrainische Militärobjekte bei Kiew am 2. Juni sowie vom Verlust der Stadt Konstantinowka in der Donezker Volksrepublik abzulenken. Die Behörde gibt weiter bekannt:
"Im Rahmen der Abwehr des Angriffs haben russische Luftabwehrkräfte in der Nacht und am Morgen des 4. Juli über 500 Luftziele zerstört, darunter: zehn Marschflugkörper vom Typ Flamingo, neun HIMARS-Geschosse aus US-Produktion im Gebiet Belgorod sowie 494 Drohnen mit großer Reichweite."
Insgesamt wurden im Juni etwa 13.000 Raketen und Drohnen abgeschossen, so die Meldung weiter. Das Ministerium betonte, dass die ukrainischen Angriffe von Spezialisten aus zahlreichen europäischen Ländern, einschließlich Großbritannien, koordiniert werden. Zudem kündigte die Behörde Vergeltungsschläge an:
"W. Selenskijs Versuch, zivile Objekte der Russischen Föderation zu beschädigen, wird nicht ohne entsprechende Reaktionen der Streitkräfte der Russischen Föderation bleiben."
15:44 Uhr
Reservestärkungsgesetz auf den Weg: Was bedeutet das im Klartext?

Trotz des geringen Interesses am Wehrdienst und der wirtschaftlichen Probleme Deutschlands hat die Bundesregierung das sogenannte Reservestärkungsgesetz gebilligt. Demnach sind Arbeitgeber künftig verpflichtet, ihre Beschäftigten für Übungen der Bundeswehr freizustellen. Welche Folgen das Gesetz haben könnte, erläutert Professor Dr. Harald Weyel vom Institut für Konservative Wirtschaftspolitik.
Den Videobericht gibt es hier auf unserer Website zu sehen.
15:08 Uhr
Merz telefoniert mit Selenskij
Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij telefoniert. Der Ukrainer thematisierte nach eigenen Angaben den Bedarf der ukrainischen Flugabwehr. Nach dem Telefonat schrieb der Politiker in den sozialen Netzwerken, dass Raketen für die Patriot-Systeme oberste Priorität hätten. Es sei in dem heutigen Telefonat darum gegangen, wie mehr Munition für die Patriot-Flugabwehrsysteme beschafft werden könne. Selenskij bedankte sich währenddessen für die Unterstützung Deutschlands und widersprach der Behauptung des russischen Verteidigungsministeriums, dass die russische Armee die Stadt Konstantinowka vollständig eingenommen habe.
Ein Sprecher der Bundesregierung teilte nur wortkarg mit, dass es in dem Telefonat um die russischen Angriffe auf Kiew und andere Teile der Ukraine in den vergangenen Tagen gegangen sei. Selenskij habe Merz über die Folgen des Luftangriffs vom Donnerstag mit 30 Toten informiert. Bundeskanzler Merz habe in dem Gespräch die fortgesetzte deutsche Unterstützung für die Ukraine bekräftigt.
Ein Teil dieser Unterstützung ist die NATO-Militärhilfe an die Ukraine in Höhe von je 70 Milliarden Euro in diesem und im nächsten Jahr, auf die sich die Mitgliedstaaten gestern geeinigt haben. Offiziell beschlossen wird das Hilfspaket an die Ukraine beim NATO-Gipfel in Ankara in der nächsten Woche, bei dem Merz und Selenskij persönlich aufeinandertreffen werden.
14:34 Uhr
Merz zu Litauens Atomwaffen-Plänen: "Mit Respekt zur Kenntnis zu nehmen"

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Freitag nach einem Treffen mit den drei baltischen Staats- und Regierungschefs in Berlin die geplante Aufhebung des litauischen Atomwaffenverbots ausdrücklich begrüßt. Litauens Präsident Gitanas Nausėda habe ihn darüber informiert, dass es im Land einen "breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens" für die Streichung des Artikels 137 der litauischen Verfassung gebe.
"Insofern habe ich das hier nicht nur nicht zu kritisieren, sondern mit Respekt zur Kenntnis zu nehmen, dass Litauen auch in dieser Hinsicht bereit ist, das Land und damit das NATO-Territorium zu verteidigen."
Das direkt an Kaliningrad und Weißrussland grenzende Land hat die Stationierung von Massenvernichtungswaffen bislang absolut untersagt. Moskau kritisiert, dass durch den Abbau dieser rechtlichen Hürde – analog zum Vorgehen Finnlands – eine potenzielle nukleare Bedrohung direkt an die russischen Außengrenzen verlagert wird.
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14:10 Uhr
Elf Verletzte bei ukrainischen Attacken auf Gebiet Cherson
Gouverneur Wladimir Saldo meldet andauernde ukrainische Angriffe auf den von Russland kontrollierten Teil des Gebiets Cherson. Wie der Politiker auf Telegram schreibt, seien in den vergangenen 24 Stunden elf zivile Einwohner der Region, darunter zwei Kinder, verletzt worden. Ein Mann habe Verletzungen erlitten, als eine ukrainische Drohne sein Auto auf der Autostraße Pawlowka – Stroganowka attackiert habe. Infolge einer Drohnenattacke auf einen Lkw sei in der Nähe der Ortschaft Grigorjewka ebenfalls ein Mann zu Schaden gekommen. Zwei weitere zivile Einwohner seien in den Ortschaften Welikaja Lepeticha und Kostogrysowo zu Schaden gekommen. In der Ortschaft Malyje Kopani seien ein 46 Jahre alter Mann, ein zwölf Jahre altes Mädchen und ein elf Jahre alter Junge verletzt worden. Saldo berichtet über beschädigte Häuser, Infrastrukturobjekte und Fahrzeuge in 18 Ortschaften.
13:36 Uhr
Ukrainische Gasförderanlage nach Angriff aus Russland gestoppt
Ein russischer Drohnenangriff auf eine Gasförderanlage hat nach ukrainischen Angaben einen Brand ausgelöst. Der Betrieb der Anlage in der zentralukrainischen Region Poltawa sei eingestellt worden. Das Ausmaß der zugefügten Schäden lasse sich derzeit nicht abschätzen. Das Personal habe sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht, sodass es keine Opfer gebe, teilt der ukrainische Energiekonzern Naftogaz über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Das staatliche Unternehmen wirft Russland vor, systematisch Gasförderanlagen ins Visier zu nehmen, "um die heimische Produktion der Ukraine zu drosseln und die Vorbereitungen auf die Heizperiode zu erschweren". Die getroffene Anlage sei bereits mehrmals angegriffen worden.
13:05 Uhr
Podoljaka: Gegner bestätigt bessere Taktik russischer Stoßtrupps

Der ukrainisch-russische Militäranalyst Juri Podoljaka sieht Bewegung an mehreren Frontabschnitten. Im Süden beschreibt er heftige Kämpfe bei Orechow, Plawni und im Abschnitt des Truppenverbands Ost, wo durch beiderseitige Vorstöße große Grauzonen entstanden sind. Zugleich hebt er eine veränderte russische Angriffstaktik hervor, wodurch die ukrainischen Drohnen deutlich an Wirkung verloren haben. Selbst Kiew muss die verbesserte Taktik einräumen, erklärt Podoljaka. Auch bei Kupjansk, Bely Kolodes und im Raum Sumy meldet er anhaltende Gefechte und russische Vorstöße.
Die Analyse gibt es hier auf unserer Website zu sehen.
12:38 Uhr
Ukrainische Drohne greift Siedlung im Grenzgebiet Brjansk an: ein Toter und zwei Verletzte
Der interimistische Gouverneur des russischen Gebiets Brjansk, Jegor Kowaltschuk, wirft den ukrainischen Streitkräften ein "weiteres barbarisches Verbrechen" gegen die Zivilbevölkerung in der Grenzregion vor. Wie der Politiker auf der Plattform MAX mitteilt, habe der Gegner am Samstag die Ortschaft Tschaikowitschi mit einem unbemannten Luftfahrzeug angegriffen. Die Drohne sei in einem Wohnhaus eingeschlagen. Ein Zivilist sei dabei ums Leben gekommen, zwei weitere seien mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Kowaltschuk spricht den Angehörigen des Todesopfers sein Beileid aus. Man werde die Familie finanziell unterstützen. Infolge der Drohnenattacke sei ein Wohnhaus völlig zerstört worden. Sieben Einfamilienhäuser und acht Autos seien beschädigt worden, so der Interimsgouverneur.
12:04 Uhr
Warschau und Kiew versuchen, Zwist um UPA-Ehrung zu entschärfen
Die Außenminister Polens und der Ukraine haben sich in Warschau um eine Beruhigung im Streit über die schwierige Geschichte ihrer Völker im Zweiten Weltkrieg bemüht. Der polnische Minister Radosław Sikorski und sein Kiewer Gast Andrei Sibiga seien sich einig gewesen, "dass Wahrheit, Respekt und das Gedenken an die Opfer weiterhin zentrale Elemente der bilateralen Beziehungen sind". Das teilte das polnische Außenministerium mit.
Minister @sikorskiradek rozmawiał dziś w Warszawie z szefem MSZ 🇺🇦 @andrii_sybiha o konieczności prowadzenia konstruktywnego dialogu, który będzie służył rozwojowi relacji między naszymi państwami, a nie będzie wykorzystywany przez państwa i osoby temu nieprzyjazne.
— Ministerstwo Spraw Zagranicznych RP 🇵🇱 (@MSZ_RP) July 3, 2026
Głównymi… pic.twitter.com/rIkUUv2c2fSibiga schlug nach eigenen Angaben ein Maßnahmenpaket zur Krisenbewältigung vor. Die Maßnahmen beinhalteten demnach Beratungen zwischen den Außenministerien, die Organisation eines Treffens von Historikern sowie die Einbeziehung der "religiösen Anführer beider Nationen".
Der Streit war Ende Mai aufgeflammt, als der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij einer Armee-Einheit den Beinamen "Helden der UPA" verliehen hatte. Die sogenannte Ukrainische Aufstandsarmee hatte im Zweiten Weltkrieg mit den deutschen Besatzern kollaboriert und in der heutigen Westukraine Zehntausende Polen ermordet.
In Polen löste die Ehrung der UPA Empörung aus. Der rechtskonservative Präsident Karol Nawrocki entzog Selenskij den höchsten polnischen Orden. Aus Protest gaben zahlreiche ukrainische Regierungsbeamte ebenfalls die ihnen von Polen verliehenen Auszeichnungen zurück.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.



