Liveticker Ukraine-Krieg – FT: Selenskij will Verteidigungsminister entlassen

15.07.2026 18:43 Uhr
18:43 Uhr
Russische Armee trifft Frachter in Häfen im Gebiet Odessa
Im Laufe des Tages haben die russischen Streitkräfte weitere Angriffe gegen militärische Ziele in der Ukraine unternommen. Laut dem Verteidigungsministerium in Moskau wurde im Hafen von Juschny im Gebiet Odessa ein Frachter getroffen, der Militärgüter für ukrainische Truppen transportierte.
Im Hafen von Odessa griff Russland zwei Frachter mit Militärgütern an Bord an. Die Schiffe warteten auf der Reede des Hafens auf die Entladung.
Für die Attacken kamen Kampfdrohnen zum Einsatz, betont das russische Verteidigungsministerium.
18:18 Uhr
Reuters: Ukrainisches Parlament kann Fjodorow bei Wiederernennung ablehnen
Trotz der Beliebtheit und der Unterstützung aus dem Militär bleibt die Wiederernennung des ukrainischen Verteidigungsministers Michail Fjodorow nach der Kabinettsumbildung ungewiss. Dies berichtet Reuters unter Berufung auf Quellen in Kiew.
Demnach habe Präsident Wladimir Selenskij noch nicht entschieden, ob Fjodorow sein Amt behalte. Selbst wenn der Staatschef ihn erneut nominieren würde, könnten einige Abgeordnete die Kandidatur bei der für Donnerstag angesetzten Abstimmung ablehnen.
In einer Erklärung am Sonntag hatte Selenskij eine Kabinettsumbildung angekündigt und Ministerpräsidentin Julija Swiridenko entlassen. Ihre Absetzung führt zum Rücktritt der gesamten Regierung. Nach ukrainischem Recht ernennt der Präsident die Minister für Verteidigung und Äußeres. Deren Ernennung muss vom Parlament bestätigt werden.
Kritiker der Änderungen warnen davor, dass die Entlassung von Fjodorow ein Schlüsselministerium destabilisieren könnte, wie Reuters mitteilte.
Die Financial Times berichtet ebenfalls über Selenskijs Pläne, den Minister zu entlassen. Laut der Publikation habe Fjodorow durch seine Bemühungen im Kampf gegen Korruption für Unzufriedenheit unter den politischen und militärischen Eliten gesorgt.
17:53 Uhr
FT: Selenskij will Verteidigungsminister entlassen

Der ukrainische Verteidigungsminister Michail Fjodorow. Aufnahme vom 14. April 2026Maja Hitij / Gettyimages.ru Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij erwägt nach Angaben der Zeitung Financial Times (FT) die Absetzung von Verteidigungsminister Michail Fjodorow.
Fjodorow etablierte sich als Verfechter des Einsatzes von Drohnen und als Initiator der Entwicklung von Verteidigungstechnologien. Zum ukrainischen Verteidigungsminister wurde er vor sechs Monaten ernannt; zuvor leitete er das Ministerium für digitale Transformation.
Wie die FT aus Gesprächen mit hochrangigen Beamten in Kiew erfuhr, sorgte der Führungsstil von Fjodorow bei Teilen der traditionellen Militärführung der Ukraine für Unzufriedenheit. Im Einzelnen habe Fjodorow die Pläne jener vereitelt, die sich am ukrainischen Militärbudget bereichern möchten, und wiederholt Versuche blockiert, große Beschaffungsaufträge an bestimmte Unternehmen zu vergeben. Dies sei den Interessen einflussreicher Persönlichkeiten der ukrainischen Eliten zuwidergelaufen.
Der Investmentbanker Sergei Fursa erklärte dazu gegenüber der FT:
"Er hat einen Fehler gemacht, indem er zu populär geworden ist. Außerdem scheint er sehr effektiv zu sein. Darüber hinaus hat er beschlossen, Korruption nicht länger zu tolerieren."
17:24 Uhr
Trump: Einstellung der Kampfhandlungen bis zum Ende seiner Amtszeit
Russland ist bereit, bald eine Vereinbarung zur Beendigung des Ukraine-Konflikts zu erzielen, erklärt US-Präsident Donald Trump in einem Interview mit Fox News.
Zudem bejaht Trump die Frage, ob er mit der Einstellung der Kampfhandlungen bis zum Ende seiner Amtszeit rechnet.
Die nächsten US-Präsidentschaftswahlen finden im November 2028 statt. Trump versprach, am ersten Tag seiner Rückkehr ins Weiße Haus eine Einigung im Ukraine-Konflikt zu erzielen.
16:50 Uhr
Deutschland beteiligt sich doch an Manöver der Ukraine-Koalition
Deutschland wird sich doch an den ersten Übungen der "Koalition der Willigen" in Polen beteiligen. Dies erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
"Deutschland wird sich an diesem Manöver beteiligen. Die Bundesregierung prüft, wie diese Beteiligung aussehen wird."
Er sagte, dass diese Frage am Freitag auf der Tagesordnung einer Sitzung des deutsch-französischen Sicherheits- und Verteidigungsrats stehe.
Am Dienstag berichtete dpa unter Berufung auf Regierungskreise, dass Deutschland an dem Manöver nicht teilnehmen werde.
16:20 Uhr
Peskow: Moskau übermittelt Selenskij keine Botschaften über Vučić
Der serbische Präsident Alexander Vučić, der am Mittwoch in Kiew eingetroffen ist, fungiere nicht als Vermittler in den Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland. So kommentierte Kremlsprecher Dmitri Peskow während eines Briefings die Frage der Journalisten, ob Moskau Botschaften an Kiew über Vučić übermittelt habe und ob Belgrad eine Vermittlerrolle in dem Friedensprozess spielen könne.
"Nein, wir haben keine Botschaften übermittelt, und Serbien war bisher nicht an den Vermittlungsbemühungen für eine Lösung des Ukraine-Konflikts beteiligt."
15:59 Uhr
Mehrere Gruppen ukrainischer Saboteure bei Konstantinowka eliminiert
Die Antiterroreinheit "Gorynytsch" des FSB hat mehrere Gruppen ukrainischer Saboteure bei Konstantinowka in der Volksrepublik Donezk außer Gefecht gesetzt. Dies berichtete TASS unter Berufung auf die regionale Abteilung der Behörde.
"Die Antiterroreinheit 'Gorynytsch' des FSB in der Region jagt ukrainische Saboteure und Drohnenpiloten am Stadtrand von Konstantinowka. FSB-Beamte haben eine gegnerische Drohnenleitstelle und ein Munitionslager entdeckt und zerstört. Die Drohnenpiloten von 'Gorynytsch' haben vier gegnerische Saboteursgruppen eliminiert, die entlang der Vormarschrouten der russischen Truppen operierten."
15:30 Uhr
FSB vereitelt ukrainischen Terroranschlag auf ein Ölunternehmen im Gebiet Tjumen
Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hat einen russischen Staatsbürger im Gebiet Tjumen festgenommen. Der Mann soll einen Terroranschlag auf ein Ölunternehmen in der Stadt Njagani im Auftrag der ukrainischen Geheimdienste vorbereitet haben. Dies teilte die Pressestelle des FSB mit.
Auf Anweisung des Kontaktmannes habe der Mann einen improvisierten Sprengsatz aus einem im Voraus vorbereiteten Versteck geholt. Die FSB-Beamten haben ihn in der Nähe des Verstecks beim Fluchtversuch festgenommen. Am Tatort wurde ein improvisierter Sprengsatz mit Sprengstoff aus ausländischer Produktion, einem elektrischen Zünder und einem Zeitzünder beschlagnahmt. Zudem wurden Mobiltelefone sichergestellt, die Korrespondenz mit der ukrainischen Seite enthalten haben sollen.
Nach Angaben des FSB habe der Agent einen Kontakt mit den ukrainischen Geheimdiensten über einen ausländischen Messenger-Dienst aufgenommen und Informationen über Treibstoff- und Energieanlagen in der Region an den Gegner übermittelt.
Es wurde ein Strafverfahren wegen illegalen Sprengstoffhandels und Vorbereitung eines Terroranschlags eingeleitet.
14:54 Uhr
EU schließt Abkommen zur Drohnenproduktion mit Kiew ab
Die Ukraine und die EU haben ein Drohnenabkommen unterzeichnet, um die Erfahrung der ukrainischen Drohnenproduktion mit der industriellen Kapazität Europas zu verbinden. Dies erklärte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch bei ihrem Besuch in Kiew. Gegenüber Wladimir Selenskij sagte sie:
"Das Wissen, das Sie über die Funktionsweise von Drohnen- und Anti-Drohnen-Systemen erworben haben, ist wirklich einzigartig."
Von der Leyen betonte, dass die EU der Ukraine Vorteile wie "riesige technologische und industrielle Kapazitäten" und "sichere Produktionsstätten" bieten könne.
14:20 Uhr
Frontbericht: Energieinfrastruktur ukrainischer Armee getroffen

SymbolbildSergei Bobylew / Sputnik Im Frontbericht des russischen Verteidigungsministeriums vom Mittwoch heißt es, dass die Ukraine in den vergangenen 24 Stunden etwa 1.505 Soldaten verloren hat.
Im Zuständigkeitsbereich des Truppenverbandes Nord beliefen sich die Verluste der ukrainischen Truppen auf etwa 220 Soldaten. Zudem zerstörte das russische Militär ein gepanzertes Kampffahrzeug, elf Autos, ein Feldartilleriegeschütz und ein Flugabwehrraketensystem.
Im Zuständigkeitsbereich des Truppenverbandes West verlor das ukrainische Militär mehr als 220 Kämpfer. Zusätzlich eliminierte der Verband drei gepanzerte Kampffahrzeuge, darunter eines vom Typ M113 aus US-Produktion, 13 Autos und vier Artilleriegeschütze.
Im Abschnitt des Truppenverbandes Süd büßte das ukrainische Militär etwa 215 Kämpfer ein. Zudem wurden ein gepanzertes Kampffahrzeug, 26 Autos und zwei Feldartilleriegeschütze zerstört.
Im Zuständigkeitsbereich des Truppenverbandes Mitte verlor das ukrainische Militär mehr als 325 Kämpfer. Der Verband der russischen Armee setzte drei gepanzerte Kampffahrzeuge und drei Autos außer Gefecht.
Durch entschlossene Aktionen des Truppenverbandes Ost mussten ukrainische Truppen einen Verlust von mehr als 465 Soldaten hinnehmen. Ferner eliminierte das russische Militär in diesem Operationsbereich drei gepanzerte Kampffahrzeuge, 15 Autos, einen Mehrfachraketenwerfer vom Typ Bastion und ein Feldartilleriegeschütz.
Die Verluste der ukrainischen Truppen im Zuständigkeitsbereich des Truppenverbandes Dnjepr beliefen sich auf etwa 60 Soldaten. Außerdem neutralisierte der Verband zwölf Autos, eine Selbstfahrlafette vom Typ Bogdana, ein unbemanntes Boot und drei Stationen für elektronische Kampfführung.
Kampfflugzeuge, Drohnen, Raketentruppen und Artillerie der russischen Streitkräfte haben Logistikzentren, Objekte der Brennstoff- und Energieinfrastruktur und Objekte der Transportinfrastruktur, die von ukrainischen Streitkräften genutzt werden, sowie Lager für Langstreckendrohnen angegriffen. Vorübergehende Stationierungsorte der bewaffneten Formationen der ukrainischen Armee und ausländischer Söldner in 153 Bezirken wurden ebenfalls getroffen.
Russische Luftabwehrkräfte haben acht gelenkte Bomben und 558 Starrflüglerdrohnen abgeschossen.
Die Schwarzmeerflotte zerstörte vier unbemannte Boote der ukrainischen Streitkräfte.
Seit Beginn der militärischen Sonderoperation wurden insgesamt 673 gegnerische Flugzeuge, 284 Hubschrauber, 181.724 unbemannte Luftfahrzeuge, 666 Flugabwehrraketensysteme, 30.163 Panzer und gepanzerte Kampffahrzeuge, 1.758 Mehrfachraketenwerfer, 35.769 Feldartillerie- und Mörsergeschütze sowie 66.525 militärische Spezialfahrzeuge außer Gefecht gesetzt.
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

