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Gartenparty während Lockdown: Englands Premier Boris Johnson massiv unter Druck

Der Druck auf den britischen Premierminister Boris Johnson wegen einer Gartenparty während eines Corona-Lockdowns war zuletzt enorm gestiegen. Nun entschuldigte sich Johnson. Einen Rücktritt lehnt der britische Premier allerdings ab.

"Ich möchte mich entschuldigen", sagte Boris Johnson zu Beginn seines knapp 45 Minuten dauernden Auftritts im britischen Parlament am Mittwoch. Wegen einer Gartenfeier am 20. Mai 2020 in seinem Amtssitz, während des ersten Lockdowns, war der Premier unter Druck geraten wie nie zuvor. Die "Partygate", wie die politische Affäre inzwischen getauft wurde, eskalierte fast täglich mit immer neuen Medienberichten. Der Sender ITV zitierte unter anderem eine Einladung von Johnsons Büroleiter an etwa 100 Mitarbeiter. In einer verschickten E-Mail hieß es demnach:

"Es geht um 18 Uhr los, bringt Euren eigenen Alkohol mit."

Rund 40 Beschäftigte sowie Johnson selbst und seine heutige Frau Carrie sollen der Einladung gefolgt sein. Zeitgleich galten damals strenge Corona-Regeln, die unter anderem eine strikte Kontaktreduzierung vorsahen. So durften sich damals nur zwei Personen im Freien miteinander treffen. Die Polizei wies Jogger per Megafon darauf hin, die Abstandsregeln von zwei Metern zu anderen Personen einzuhalten. Schulen, viele Läden sowie die Gastronomie waren geschlossen. 55 Minuten vor Beginn des mutmaßlichen Gartenfests rief das Kabinettsmitglied Oliver Dowden aus der Downing Street die Bevölkerung noch dazu auf, sich an die Regeln zu halten.

Johnson glaubte, es sei ein "Arbeitstreffen" 

Immer neue Enthüllungen brachten Johnson in immer größere Erklärungsnot. Nun räumte der 57-Jährige am 12. Januar vor dem Parlament erstmals ein, an der Veranstaltung teilgenommen zu haben. Er sei in den Garten seines Amtssitzes gekommen, um sich bei Mitarbeitern zu bedanken und habe geglaubt, es habe sich um ein "Arbeitstreffen" gehandelt. Nach etwa 25 Minuten sei er zurück in sein Büro gegangen. Im Rückblick hätte er anders handeln müssen, erklärte Johnson bei der wöchentlichen Befragung des Premierministers im Parlament.

Die Opposition reagierte mit Gelächter und forderte lautstark seinen Rücktritt. Auch in der Bevölkerung rumort es. Der 57-Jährige erklärte nun, landesweit hätten Millionen Menschen hohe Opfer gebracht.

"Ich weiß, dass Millionen von Menschen in diesem Land in den letzten 18 Monaten außergewöhnliche Opfer gebracht haben. Ich weiß um die Qualen, die sie durchgemacht haben."

Johnson fügte hinzu, dass er die Wut kenne, "die Sie gegen mich und die Regierung, die ich führe, empfinden, wenn Sie denken, dass in der Downing Street selbst die Regeln von den Leuten, die die Regeln machen, nicht richtig befolgt werden."

Einen Rücktritt lehnte Johnson jedoch vorerst ab. Er wolle demnach die Ergebnisse einer laufenden internen Ermittlung der Partei abwarten. Wichtig ist für den Premier nun, ob seine eigene Konservative Partei ihn stützt – oder fallen lässt. Laut Berichten britischer Medien rumort es gewaltig auch unter den Tories. Die Stimmung unter den Parteifreunden sei dem Premier nicht gerade geneigt.

Die Gartenparty ist dabei nicht die einzige Veranstaltung in der Downing Street, bei der Corona-Regeln gebrochen worden sein sollen. Zuvor tauchten Berichte über Weihnachtsfeiern im Dezember 2020 auf, die zu wütenden Reaktionen sowohl in der Opposition als auch in der Bevölkerung geführt hatten.

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