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Plötzlich Schweden als Vorbild? Israel denkt über natürliche Herdenimmunität nach

Nachdem Israel die vierte Impfung wegen fehlender Studiendaten vorerst ausgesetzt hat, gibt es nun Anzeichen, dass verschiedene israelische Wissenschaftler darüber nachdenken, die neue Omikron-Variante nach dem Vorbild Schwedens zirkulieren zu lassen. Damit soll eine natürliche Herdenimmunität erreicht werden.
Plötzlich Schweden als Vorbild? Israel denkt über natürliche Herdenimmunität nachQuelle: www.globallookpress.com © JINI

Deutet sich in Israel ein Strategiewechsel in der Bekämpfung der Corona-Krise an? Die vom Premierminister Naftali Bennett geforderte sofortige Umsetzung der vierten Impfung wurde vom Generalsekretär des Gesundheitsministeriums gestoppt, wie der Cicero berichtet. Derzeit wird sie noch in einem klinischen Versuch getestet. Nun ist unklar, wie man in Jerusalem weiter verfahren will.

Die Jerusalem Post zitierte am Dienstag Professor Cyrille Cohen, den Leiter des Immunologie-Labors an der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan mit folgenden Worten:

"Die fünfte Welle könnte damit enden, dass eine große Zahl von Menschen infiziert wird. Nur durch eine natürliche Exposition, wenn man mit Impfstoffen geschützt ist, sehe ich, dass dieses Virus endemisch wird."

Die erste und zweite Welle endete mit der Abriegelung Israels. Die dritte und vierte Welle glaubt man mit den Impfungen gestoppt zu haben, obwohl diese zu Zeiten endeten, in denen ohnehin die saisonalen Wellen der Atemwegsinfektionen von selbst abflauen, wie der Wissenschaftsjournalist Peter F. Mayer auf seinem Blog tkp berichtet.

Professor Hagai Levine, Vorsitzender der israelischen Vereinigung der Ärzte für öffentliche Gesundheit, sagte zu Omikron und dem Vorgehen gegen die neue Coronavirus-Variante:

"Da Omikron so ansteckend ist, sind unsere Bemühungen, seine Ausbreitung zu stoppen, wahrscheinlich ziemlich aussichtslos. ... Wir werden diese Welle nicht aufhalten können. ... Was wir tun können und sollten, ist, die am meisten gefährdeten Menschen so gut wie möglich zu schützen."

Das entspricht etwa dem, was verschiedene renommierte Wissenschaftler bereits im Herbst 2020 in der Great Barrington Erklärung gefordert haben. 

Die Times of Israel erörtert das sogenannte schwedische Modell, über das die israelischen Gesundheitsbehörden jetzt nachdenken. Das Modell könnte mit Impfstoffen und Omikron weit weniger riskant sein. Einem führenden Epidemiologen zufolge fehlen dazu allerdings noch belastbare Daten.

Israelische Gesundheitsbehörden erwägen demnach, durch Masseninfektionen mit Coronaviren eine Herdenimmunität zu erreichen. Ein solches Herdenimmunitätsmodell, wie es Jerusalem laut Channel 12 News in Erwägung zieht, würde von einigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Übertragung abrücken und einen Anstieg der Infektionsraten tolerieren. Dabei wird davon ausgegangen, dass die große Mehrheit der Bevölkerung von schweren Erkrankungen verschont bleibt. Sobald sich eine kritische Masse der Bevölkerung infiziert hat, so die Schlussfolgerung, wird die natürliche Immunität das Infektionsgeschehen bremsen.

Im Gegensatz zur Impfung erzeugt die natürliche Infektion eine sterile Immunität, die eine neuerliche Ansteckung verhindert – und damit die Weitergabe des Virus. In der Folge gäbe es weniger Übertragungen und sehr wenige Krankenhausaufenthalte und Todesfälle, auch wenn das Virus immer noch bis zu einem gewissen Grad zirkulieren würde.

Mehr zum Thema - Israel: Studie zur vierten COVID-19-Impfung wird aufgrund fehlender Genehmigung unterbrochen

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