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Australien schließt sich diplomatischem US-Boykott der Olympischen Spiele in Peking an

Der australische Premierminister Scott Morrison hat bestätigt, dass sein Land keine Regierungsvertreter zu den Olympischen Winterspielen in Peking nächstes Jahr entsenden werde. Damit schließt sich Australien dem zuvor von den USA beschlossenen "diplomatischen" Olympia-Boykott an.
Australien schließt sich diplomatischem US-Boykott der Olympischen Spiele in Peking anQuelle: Reuters © Thomas Peter

Morrison sagte am Mittwoch, es sei "keine Überraschung, dass Australien keine offiziellen Vertreter zu den bevorstehenden Winterspielen in China entsenden wird", und verwies auf vermeintliche "Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang und viele andere Themen, die Australien immer wieder angesprochen hat". Der Ministerpräsident sagte wörtlich:

"Wir haben uns sehr darauf gefreut, mit der chinesischen Regierung über diese Themen zu sprechen, und es gab von unserer Seite aus kein Hindernis dafür. Aber die chinesische Regierung hat diese Gelegenheiten, mit uns über diese Themen zu sprechen, immer wieder abgelehnt."

Der Premierminister betonte jedoch, dass australische Beamte zwar nicht zu den Olympischen Spielen nach China reisen würden, die australischen Athleten aber dennoch an den Spielen teilnehmen dürften:

"Australien ist eine große Sportnation, aber ich halte Fragen des Sports und der anderen politischen Angelegenheiten sehr wohl auseinander."

Die chinesische Botschaft in Australien kritisierte die Entscheidung in einer Mitteilung:

"Wie wir alle wissen, liegt die Schuld an der gegenwärtigen misslichen Lage der chinesisch-australischen Beziehungen eindeutig bei der australischen Seite."

China fordere Australien nachdrücklich auf, "praktische Maßnahmen zu ergreifen, um günstige Bedingungen für die Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu schaffen."

Gleichzeitig wünschte die Chinesische Botschaft den australischen Athleten viel Glück bei den bevorstehenden Winterspielen. Australiens Erfolg bei den Olympischen Spielen hänge von der Leistung der Sportler ab, nicht von der politischen Haltung einiger australischer Politiker, hieß es.

Morrisons Regierung folgte mit dieser Entscheidung dem Beispiel von US-Präsident Joe Biden, dessen Regierung am Montag aus Protest gegen angebliche Menschenrechtsverletzungen in China ebenfalls einen diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 angekündigt hatte.

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(rt/dpa)

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