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US-Kriegsflotte: Jahrzehntelang "gefälschte" Testergebnisse für Stahl in U-Booten

Eine Metallurgin gab zu, jahrzehntelang Testergebnisse für Stahl, das für die Konstruktion von U-Booten bestimmt war, gefälscht zu haben. Sie habe die offiziellen Anforderungen für "dumm" gehalten. Jetzt drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft.
US-Kriegsflotte: Jahrzehntelang "gefälschte" Testergebnisse für Stahl in U-BootenQuelle: www.globallookpress.com © US Navy/via Globallookpress.com

Eine ehemalige Metallurgin in einer Gießerei im Bundesstaat Washington, die Stahl für U-Boote der US-Marine herstellte, hat zugegeben, über drei Jahrzehnte hinweg "Abkürzungen" genommen und die Ergebnisse von Festigkeits- und Zähigkeitstests für das Metall gefälscht zu haben.
Die 67-jährige Elaine Marie Thomas bekannte sich am Montag vor einem Gericht in Tacoma des Betrugs für schuldig. Thomas war Leiterin der Metallurgie in einer Gießerei in der Stadt, die Stahlgussteile lieferte, die von den Navy-Vertragspartnern Electric Boat und Newport News Shipbuilding zur Herstellung von U-Boot-Rümpfen verwendet wurden.

Nach Angaben des Justizministeriums sollten die Tests beweisen, dass der Stahl bei einer Kollision oder in bestimmten "Kriegsszenarien" standhalten würde. Es liegen zwar keine Informationen darüber vor, ob U-Boot-Rümpfe versagt haben, aber die Behörden erklärten, der Marine seien zusätzliche Kosten und Ausgaben für die Wartung entstanden, um die Seetüchtigkeit der Schiffe zu gewährleisten.

Die Regierung gab zwar nicht bekannt, welche U-Boote betroffen waren. Es ist aber bekannt, dass die Auftragnehmer seit Jahrzehnten gemeinsam U-Boote der Virginia-Klasse gebaut haben. In einer Erklärung an das Gericht wies der Anwalt von Thomas darauf hin, dass die Tests der Regierung nicht darauf hindeuten, dass die strukturelle Integrität eines U-Boots tatsächlich beeinträchtigt wurde.

In ihrer Geständnisvereinbarung erklärte Thomas dem Gericht, dass sie zwischen 1985 und 2017 Testergebnisse für mindestens 240 Stahlproduktionen gefälscht hatte – etwa die Hälfte des Stahls, den die Gießerei an die Marine geliefert hat. Ihr Anwalt sagte, Thomas habe "Abkürzungen genommen", aber "nie die Absicht gehabt, die Integrität eines Materials zu gefährden."

2017 bemerkte ein Metallurge, der als Nachfolger von Thomas vorgesehen war, die verdächtigen Testergebnisse und alarmierte die Muttergesellschaft der Gießerei, Bradken Inc.
Das Unternehmen mit Sitz in Kansas City entließ sie und legte die gefälschten Daten gegenüber der Marine offen, behauptete aber, dass die Diskrepanzen nicht auf Betrug zurückzuführen seien. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft beeinträchtigte dies die Bemühungen der Marine, das Ausmaß des Problems zu untersuchen und mögliche Risiken für das Personal zu beseitigen.

Als die Ermittler Thomas mit den gefälschten Ergebnissen konfrontierten, gab sie zu, dass sie einige Tests mit "bestanden" bewertet hatte, weil sie die Anforderungen der Navy an die Temperaturtests für "dumm" hielt.

Thomas, der bei ihrer Verurteilung im Februar eine Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren und eine Geldstrafe von 1 Million Dollar droht, war offenbar weder von Habgier noch von dem Wunsch nach persönlicher Bereicherung motiviert", sagte ihr Anwalt und fügte hinzu, dass sie es "bedauert, ihrem moralischen Kompass nicht gefolgt zu sein".

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