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Börsen-Euphorie: Aktien von Pfizer verzeichnen Rekordgewinn wegen Anti-Corona-Pille

"Es ist einfach außergewöhnlich", meinte ein Mediziner von Pfizer, nachdem eine Studie mit einer experimentellen antiviralen Pille gegen COVID-19 vorzeitig abgebrochen wurde, weil das Medikament so außerordentlich effektiv sei. Auch die Pfizer-Aktie profitierte enorm.
Börsen-Euphorie: Aktien von Pfizer verzeichnen Rekordgewinn wegen Anti-Corona-PilleQuelle: Reuters © REUTERS/Dado Ruvic

Eine neue Corona-Pille verhindert nach Angaben des Herstellers Pfizer sehr erfolgreich schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten. Eine Zwischenanalyse von Testergebnissen habe ergeben, dass das Medikament unter dem Handelsnamen Paxlovid das Risiko von Krankenhauseinweisungen bei COVID-19-Patienten um 89 Prozent senke und 100-prozentig vor Todesfällen schütze, wenn es innerhalb von drei Tagen nach den ersten COVID-19-Symptomen eingenommen wird, wie Dr. Mikael Dolsten von Pfizer gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärte. Ein kleiner Haken bei allem Jubel – pro Behandlung kostet das neue Pfizer-Medikament rund 700 US-Dollar.

"Es ist einfach außergewöhnlich. Als Arzt fühle ich mich so positiv, so optimistisch, so erfreut, dass wir diese Daten jetzt auf hohem Niveau und öffentlich teilen können", so Dr. Mikael Dolsten von Pfizer.

Und auch Anleger der einschlägigen Aktien konnten von der Höhe und dem Optimismus profitieren: Die Titel der Pharmafirma stiegen im vorbörslichen US-Geschäft um fast elf Prozent. Bliebe es dabei, wäre es der größte Tagesgewinn seit mindestens 40 Jahren.

Den vorläufigen Ergebnissen zufolge ist die Pille des Pharmakonzerns Pfizer wirksamer als das Virostatikum Molnupiravir von der Emory University in Atlanta, Georgia, das derzeit beim US-Rivalen Merck Sharp & Dohme (MSD) in Erprobung befindlich und noch nicht zugelassen ist, aber in ähnlichen Tests das Risiko lediglich halbiert hatte – die MSD-Aktie hat entsprechend nachgelassen.

Pfizer hat die Studie mit rund 1.200 Probanden nach eigenen Angaben vorzeitig beendet. Das Unternehmen plane nun, die Daten für eine Notfallzulassung baldmöglichst bei der Arzneimittelbehörde FDA einzureichen. Einen Antrag auf Notfallzulassung des Mittels hatte der Konzern schon im Oktober gestellt.

Das oral einzunehmende, antivirale Medikament habe im Fall einer Zulassung das Potenzial, "das Leben von Patienten zu retten, den Schweregrad von COVID-19-Infektionen zu verringern und bis zu neun von zehn Krankenhausaufenthalte zu vermeiden".

Die Pille wird in Kombination mit einem älteren antiviralen Mittel namens Ritonavir verabreicht. Die Kombinationsbehandlung mit dem Markennamen Paxlovid besteht aus drei Tabletten, die zweimal täglich eingenommen werden müssen. Das Medikament, das zu einer Klasse von Protease-Inhibitoren gehört, soll ein Enzym blockieren, welches vom Coronavirus zu dessen Vermehrung benötigt wird. Die MSD-Pille Molnupiravir hat einen anderen Wirkmechanismus, der darauf abzielt, Fehler in den Gen-Code des Virus einzuschleusen.

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hatte am Donnerstag erstmals eine Tablette zur Behandlung von COVID-19 zugelassen. Das antivirale Mittel mit dem Namen Lagevrio (das auf dem bereits oben genannten Molnupiravir basiert) sei sicher und effektiv bei der Verminderung des Risikos von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei COVID-19-Patienten mit milden und mittelschweren Verläufen, hieß es in einer Mitteilung der britischen Regierung. Es handele sich um das weltweit erste zugelassene antivirale Mittel zur oralen Einnahme gegen COVID-19.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte Ende Oktober angekündigt, den Einsatz von Molnupiravir im rollenden Verfahren zu prüfen. Auch bei der US-Behörde FDA ist nach Antragstellung auf Notfallzulassung ein Zulassungsverfahren für das Mittel eingeleitet. Die EMA prüft zudem sieben weitere, andere mögliche Anti-Corona-Medikamente.

Pfizer kündigte an, bis Ende dieses Jahres genügend Pillen für mehr als 180.000 Menschen und schon im ersten Halbjahr 2022 für mehr als 21 Millionen Menschen zu produzieren. Auch MSD hat angekündigt, die Produktion im Laufe des nächsten Jahres hochzufahren.

Laut der New York Times unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter der US-Regierung verhandelt diese mit Pfizer über eine ausreichende Menge an Pillen für 1,7 Millionen Behandlungen, mit einer zusätzlichen Option für 3,3 Millionen, ähnlich viel, wie die Vereinigten Staaten bei MSD bestellt haben. Die Regierung rechne demnach damit, für beide Medikamente etwa 700 US-Dollar (knapp 590 Euro) pro Behandlung zu zahlen.

Neben dem außerordentlichen Plus für die US-Pharmafirma – vorbörslich stiegen Pfizer-Aktien um elf Prozent, während die Papiere von MSD um 8,5 Prozent fielen – hatte die Reaktion der Märkte auf die neue Anti-COVID-Pille auch weitere Auswirkungen.

So stieg der Index für die europäischen Reise- und Tourismuswerte mehr als ein Prozent, die Lufthansa sah ein Plus von 5,3 Prozent. Der britisch-US-amerikanische Kreuzfahrt-Betreiber Carnival verbuchte in London ein Kursplus von sieben Prozent. Demgegenüber würden Werte, die von den Lockdowns profitiert hätten, sinken, hieß es am Freitag von der Börse. Dies sei etwa bei HelloFresh der Fall. Die Papiere des Berliner Hersteller und Versenders einer sogenannten "Kochbox" rutschten um 5,6 Prozent ab.

Mehr zum Thema - Merck berechnet das 40fache der Kosten für die Herstellung der staatlich finanzierten COVID-Pille

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