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"18+"-Protest: Wiener Museen erstellen Account auf OnlyFans für Kunstwerke mit nackten Körpern

Aus Protest gegen die Politik von vielen Sozialen Netzwerken, durch die alle Bilder mit nackten Körpern einschließlich in Kunstwerken verboten werden, hat der WienTourismus einen Account auf OnlyFans erstellt. So kämpft diese Organisation gegen Zensur und will zugleich auch Touristen anlocken.
"18+"-Protest: Wiener Museen erstellen Account auf OnlyFans für Kunstwerke mit nackten KörpernQuelle: AFP © Francois Guillot

Der WienTourismus, eine Organisation zum Tourismusmarketing in der österreichischen Hauptstadt, hat einen neuen Weg gefunden, um die Kunst den Massen nahezubringen: Der Verband erstellte einen Account auf der Plattform OnlyFans – dem einzigen großen Sozialen Netzwerk, in dem Bilder mit nackten Körpern (noch) nicht verboten sind.

Der Schritt stellt eine Reaktion auf eine Reihe von Zensur seitens anderer Plattformen gegenüber Kunstmuseen und Akt-Veröffentlichungen dar. Im Juli war der TikTok-Account der Albertina in Wien gesperrt und anschließend gelöscht worden, weil das Museum Werke des japanischen Fotografen Nobuyoshi Araki gezeigt hatte. Auf den Fotos war eine verdeckte weibliche Brust zu sehen.

Ein kurzes Video zum 20-jährigen Jubiläum des Leopold Museums in Wien, in dem das Gemälde "Liebespaar" von Koloman Moser gezeigt wird, wurde von Facebook und Instagram als potenziell pornografisch abgelehnt.

Im Jahr 2019 hatte Instagram entschieden, dass Gemälde des niederländischen Künstlers Peter Paul Rubens aus dem 17. Jahrhundert gegen die Regeln der Plattform verstießen. Und im Jahr 2018 war ein Foto der knapp 30.000 Jahre alten Figurine Venus von Willendorf im Facebook-Account des Naturhistorischen Museums durch Facebook als pornografisch eingestuft und alsbald gelöscht worden.

Jetzt kann man sich aber alle solche Kunstwerke wieder im neuen Account des Wiener Tourismusverbands unter dem Motto "Wien zieht sich auf OnlyFans aus" ansehen. Die ersten Abonnenten des Accounts sollen entweder eine Vienna City Card oder eine Museumseintrittskarte erhalten, um einige der Kunstwerke persönlich erleben zu können.

Der WienTourismus-Sprecherin Helena Hartlauer zufolge wolle man mit dieser Kampagne nicht nur Touristen in die österreichische Hauptstadt locken, sondern auch die ganze Gesellschaft auf Zensurbedingungen aufmerksam machen, unter denen moderne Künstler neuerdings arbeiten sollen.

Mehr zum Thema - Doch kein Porno-Verbot: OnlyFans verzichtet auf geplante Änderung der Nutzungsrichtlinien

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