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"Es tut uns leid" – Noch mehr als 9.000 Afghanen sitzen auf US-Stützpunkten in Deutschland fest

Nach dem Ende des Afghanistankriegs ist die Zukunft für Zehntausende der ehemaligen sogenannten Ortskräfte und weitere geflohene Afghanen noch ungewiss. Eine der Zwischenstationen für viele Afghanen ist der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein.
"Es tut uns leid" – Noch mehr als 9.000 Afghanen sitzen auf US-Stützpunkten in Deutschland festQuelle: www.globallookpress.com

Das desaströse Ende des NATO-Krieges in Afghanistan liegt bereits gut zwei Monate zurück. In den letzten Tagen des Kriegseinsatzes wurden nach US-Angaben fast 125.000 Menschen aus Afghanistan evakuiert. Zehntausende sind Kandidaten zur Erteilung eines sogenannten speziellen US-Einwanderungsvisums (SIV). Doch die Abwicklung der Verfahren kostet Zeit. Und so ist für viele Afghanen die Zukunft ebenso ungewiss wie ihr zukünftiger Aufenthaltsort und ihr Status.

Bereits vor der erneuten Machtübernahme der Taliban in Afghanistan stammten 10 Prozent aller derzeitigen Flüchtlinge weltweit aus diesem Land am Hindukusch. 9.139 Afghanen harren derweil auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein und in einer benachbarten Einrichtung der US-Armee in Kaiserslautern aus. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf Angaben eines Sprechers des Bundesinnenministeriums am Montag. Mitte September hieß es dazu bei der Deutschen Welle:

"Der US-Militärstützpunkt im Südwesten Deutschland gleicht in diesen Tagen einer Festung, es ist beinahe unmöglich, Zutritt zu der riesigen Zeltstadt zu bekommen, die im Rekordtempo für Zehntausende afghanische Flüchtlinge aufgebaut wurde."

Nach Informationen des Auswärtigen Amtes sind unter ihnen keine Afghanen, die für Deutschland eine Aufnahmezusage haben. Nach US-Angaben handele es sich nur um eine "Zwischenstation", und die Afghanen sollten eigentlich in die USA ausgeflogen werden. Derzeit sitzen sie jedoch auf den US-Stützpunkten fest.

Die Weiterflüge in die USA waren im September unterbrochen worden, weil angeblich bei in den Vereinigten Staaten eingetroffenen Evakuierten einige wenige Fälle von Maserninfektionen festgestellt worden waren. Dazu erklärte Wendy Sherman, die stellvertretende US-Außenministerin, gegenüber Rheinpfalz:

"Es tut uns leid, dass die Masern den Prozess behindert haben, Ramstein wieder in seinen regulären Zustand zu versetzen."

Die Schutzbedürftigen auf dem Stützpunkt im pfälzischen Ramstein und in den Rhine Ordnance Barracks, einer US-Kaserne im benachbarten Kaiserslautern, wurden kurz darauf gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken geimpft. Auch Impfungen gegen COVID-19 seien in großer Zahl verabreicht worden. Ramstein und ein Stützpunkt im Emirat Katar sind die wichtigsten Drehkreuze für die Weiterreise derjenigen Afghanen, die das US-Militär nach der Machtübernahme der Taliban ausgeflogen hatte. Dem Vernehmen nach sollen die Flüge von Ramstein in die USA am kommenden Freitag wieder aufgenommen werden.

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(rt de /dpa)

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