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Nach Treffen mit Putin: Erdoğan fordert von USA für F-35-Jets das Geld zurück

Nach seinem Gipfeltreffen mit Putin beschuldigt Erdoğan sowohl die USA der "Unterstützung des Terrorismus" in der Region und forderte zugleich von der US-Regierung türkische Investitionen für das Programm der F-35-Jets zurück.
Nach Treffen mit Putin: Erdoğan fordert von USA für F-35-Jets das Geld zurückQuelle: AFP © Vladimir Smirnov

Nach dem Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Sotschi beschuldigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan die USA und namentlich einen hochrangigen Biden-Beamten der "Unterstützung des Terrorismus". Zugleich forderte Erdoğan die USA auf, 1,4 Milliarden US-Dollar dafür zu zahlen, dass die US-Regierung die Türkei aus dem Programm der Entwicklung und Produktion von F35-Kampfjets geworfen hatte.

Vor Journalisten verurteilte Erdoğan auf dem Rückweg aus Sotschi  den Koordinator des Weißen Hauses für den Nahen Osten und Nordafrika und ehemaligen Anti-IS-Gesandten Brett McGurk dafür, dass er die USA mit kurdischen Milizen in Syrien verbündet habe. Die Türkei betrachtet die kurdischen Milizen als "größte Bedrohung" für die nationale Sicherheit.

Erdoğan warf den USA in letzter Zeit mehrfach vor, "Terrororganisationen" zu unterstützen, anstatt sie zu bekämpfen, und bezog sich dabei auf die US-Partnerschaft mit den Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar sagte bereits im Juni, die US-Unterstützung für die YPG, den syrischen Flügel der kurdischen Separatistenbewegung und der PKK, sei die größte Herausforderung für die bilateralen Beziehungen.

Erdoğan bekundete unlängst erneut sein Interesse an einer weiteren Lieferung russischer Raketenabwehrsysteme des Typs S-400. Niemand könne sich dazu einmischen und Einfluss darauf nehmen, welche Verteidigungssysteme die Türkei bei welchem Land kauft, sagte der türkische Staatspräsident.

"Wir haben eine Zahlung von 1,4 Milliarden Dollar geleistet, was wird daraus?", fragte Erdoğan rhetorisch auf dem Rückweg aus Sotschi. "Wir haben dieses Geld nicht leicht verdient. Entweder sie geben uns unsere Flugzeuge oder sie werden uns das Geld geben."

Den ersten Kaufvertrag für vier vollständige S-400-Batterien im Wert von etwa 2,5 Milliarden US-Dollar hatten die Türkei und Russland Ende 2017 unterzeichnet. Der Lieferbeginn war 2019, und die Stationierung ist mittlerweile abgeschlossen. Die USA unter dem ehemaligen Präsidenten Trump reagierten auf den Kauf damit, dass sie den Verkauf weiterer F-35-Jagdflugzeuge an den NATO-Partner Türkei stornierten. Die US-Regierung begründete ihren Schritt damit, die S-400-Systeme könnten Informationen über die F-35-Flugzeuge sammeln und dadurch möglicherweise deren Tarnkappenvorteile zunichtemachen. Washington verhängte zudem Sanktionen gegen den türkischen Verteidigungssektor und drohte mit zusätzlichen Strafen für den Fall, dass Ankara noch weitere russische Waffensysteme kauft.

Die persönlichen Beziehungen zwischen Erdoğan und den beiden letzten US-Präsidenten wären "von einem Extrem ins andere" umgeschlagen, sagt Sinan Ülgen, ein ehemaliger türkischer Diplomat und Gastwissenschaftler bei Carnegie Europe. Die Biden-Regierung sei in ihrem ganzen Engagement gegenüber der Türkei "distanziert", während Erdoğan zum ehemaligen US-Präsidenten Trump noch eine enge persönliche Beziehung gepflegt hätte.

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