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Bericht: Halbleiterknappheit kann Autohersteller 2021 weltweit 210 Milliarden US-Dollar kosten

Die Lieferengpässe bei den für die Fahrzeugproduktion so dringend benötigten Halbleitern halten an. Den Prognosen einer in den USA ansässigen Beraterfirma zufolge könnte die Knappheit der Branche weltweit Verluste von mehr als 200 Milliarden US-Dollar einbringen.
Bericht: Halbleiterknappheit kann Autohersteller 2021 weltweit 210 Milliarden US-Dollar kostenQuelle: Reuters © Kim Kyung-Hoon

Einem neuen Bericht des Beratungsunternehmens AlixPartners zufolge wird der anhaltende Mangel an Halbleiterchips die weltweite Automobilindustrie im Jahr 2021 schätzungsweise 210 Milliarden US-Dollar an Einnahmen kosten.

Das ist fast doppelt so viel wie die vorherige Prognose des Unternehmens vom Mai, die bei 110 Milliarden US-Dollar lag. Zu Beginn des Jahres, als die Autohersteller die Produktion in den Werken zu drosseln begannen, war das Unternehmen noch von Umsatzeinbußen in Höhe von 60,6 Milliarden US-Dollar ausgegangen. Mark Wakefield, globaler Co-Leiter der Sparte Automobile und Industrie bei AlixPartners, erklärte:

"Natürlich hatte jeder gehofft, dass die Chip-Krise inzwischen abgeklungen wäre, aber unglückliche Ereignisse wie die COVID-19-Lockdowns in Malaysia und anhaltende Probleme in anderen Ländern haben die Lage noch verschlimmert."

AlixPartners prognostiziert für das Jahr 2021 einen Produktionsausfall von 7,7 Millionen Einheiten – gegenüber 3,9 Millionen in einer Prognose vom Mai.

Die aktualisierten Zahlen kommen zustande, da die Automobilhersteller weiterhin mit dem Mangel an Halbleiterchips zu kämpfen haben, der die Produktion in Werken in Nordamerika, Europa und Asien zum Erliegen bringt.

Eine wachsende Nachfrage nach Unterhaltungselektronik hat die Knappheit der in Fahrzeugen verwendeten Mikrochips verschärft, die Produktion in den Fabriken weltweit zum Erliegen gebracht und die Autopreise immer weiter in die Höhe getrieben. Halbleiterchips sind wichtige Komponenten in Fahrzeugen und werden häufig in Infotainmentsystemen sowie in grundlegenden Teilen wie der Servolenkung und den Bremsen eingesetzt. Ein durchschnittliches Fahrzeug kann Hunderte von Halbleiterchips enthalten.

AlixPartners ging bisher davon aus, dass sich die Produktion im dritten Quartal 2021 verbessern würde, prognostiziert dies nun aber frühestens für das zweite Quartal 2022.

Dan Hearsch, Geschäftsführer bei AlixPartners im Bereich Automobile und Industrie, stellte fest:

"Es gibt keinen Puffer. Es gibt nichts mehr, um die Auswirkungen abzufedern, so dass jede Kleinigkeit – wie zum Beispiel eine Woche Ausfallzeit – jetzt einen Monat Ausfallzeit an anderer Stelle verursacht."

In der Zwischenzeit haben Automobilhersteller auf der ganzen Welt, darunter Ford und General Motors, angesichts des Chipmangels vor massiven Gewinneinbußen in diesem Jahr gewarnt. Der Präsident von General Motors Mark Reuss erklärte, dass die Chips aus Produktionsstandorten kommen, wo die COVID-19-Impfung wenig verbreitet ist. Somit gebe es eine gewisse Volatilität. Deshalb "müssen wir wirklich die Impfung und die Vorgaben in diese Werke bringen, woran wir sehr hart arbeiten", hieß es.

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