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Studie: Außerirdisches Leben in unserer Galaxis "viel wahrscheinlicher als zunächst angenommen"

Wissenschaftler haben reiche Vorkommen großer organischer Moleküle in der Nähe junger Sterne in unserer Galaxis entdeckt, die auch das Leben auf der Erde hervorgebracht haben. Laut der Untersuchung seien diese sogar bis zu 100-mal häufiger vorhanden als bisher angenommen.
Studie: Außerirdisches Leben in unserer Galaxis "viel wahrscheinlicher als zunächst angenommen"Quelle: www.globallookpress.com © ESA via globallookpress.com

Neue Forschungsergebnisse eines Teams aus Astrophysikern von 16 Universitäten aus der ganzen Welt deuten darauf hin, dass die grundlegenden chemischen Bedingungen, die zur Entstehung von Leben auf der Erde geführt haben, in unserer gesamten Galaxis weit verbreitet sein könnten. Demzufolge wurden überall in der Milchstraße reiche Vorkommen organischer Moleküle entdeckt, aus denen grundlegende Organismen entstehen können.

Die großen organischen Moleküle wurden in protoplanetaren Scheiben gefunden, die um neu entstandene Sterne kreisen. Eine ähnliche Scheibe hatte einst unsere junge Sonne umgeben und die Planeten gebildet, aus denen unser Sonnensystem heute besteht. Das Vorhandensein dieser Moleküle ist von Bedeutung, da sie als "Sprungbretter" zwischen einfacheren kohlenstoffbasierten Molekülen wie Kohlenmonoxid, die im Weltraum in großer Zahl vorkommen, und komplexeren Molekülen anzusehen sind, die zur Entstehung und Erhaltung von Leben erforderlich sind, wie Dr. John Ilee, Astronom an der Universität von Leeds und Hauptautor der Studie erklärt.

Einzelheiten der Studie sind in der Astrophysical Journal Supplement Series veröffentlicht. Sie ist eine von 20 Arbeiten, die über eine groß angelegte internationale Untersuchung zur Chemie der Planetenentstehung berichten. 

"Die gleichen Zutaten, die für die Entstehung von Leben auf unserem Planeten erforderlich waren, finden sich auch bei anderen Sternen", so Dr. Catherine Walsh von der School of Physics and Astronomy in Leeds und eine der fünf Hauptverantwortlichen, die die Studie leiteten.

"Es ist möglich, dass die Moleküle, die für die Entstehung von Leben erforderlich sind, in allen Umgebungen, in denen sich Planeten bilden, leicht verfügbar sind.

Diese wurden in "protoplanetaren Scheiben" aus Gas und Staub entdeckt, die junge Sterne umkreisen. Dabei könnte es sich laut Dr. Ilee, dem Hauptautor der Studie, um die "Grundstoffe" handeln, die für die biologische Chemie auf der Erde unerlässlich sind:

"Laboruntersuchungen und theoretische Studien haben ergeben, dass diese Moleküle die 'Rohzutaten' für den Aufbau von Molekülen sind, die in der biologischen Chemie auf der Erde eine wesentliche Rolle spielen, indem sie unter den richtigen Bedingungen Zucker, Aminosäuren und sogar die Bestandteile der Ribonukleinsäure (RNA) bilden."

Biologen glauben, dass das erste Leben auf der Erde auf RNA basierte – einer Nukleinsäure, die der DNA ähnelt. Die Vorkommen sind laut den neuesten Erkenntnissen 10- bis 100-mal größer als bisher angenommen, was die Suche nach außerirdischem Leben erleichtert. Zivilisationen könnten vor Milliarden von Jahren entstanden und eventuell schon wieder untergegangen sein, bevor die Erde entstand.

Die Untersuchung ermöglichte durch Fortschritte bei der Fähigkeit des ALMA-Teleskops (Atacama Large Millimetre/submillimetre Array Radioteleskop) in der Atacama-Wüste in Chile, sehr schwache Signale von Molekülen in den kältesten Regionen des Weltraums zu erkennen. Die untersuchten protoplanetaren Scheiben liegen zwischen 300 und 500 Lichtjahre von der Erde entfernt.

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