International

US-Drohnenangriff am Sonntag in Kabul: Berichte über zivile Opfer, darunter auch Kinder

Die USA führten am Sonntag einen Drohnenangriff in Kabul durch. Nach Angaben des US-Militärs wurde ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug eines Selbstmordattentäters des örtlichen IS-Ablegers zerstört. Laut Berichten kamen dabei auch Zivilisten, darunter mehrere Kinder, ums Leben.
US-Drohnenangriff am Sonntag in Kabul: Berichte über zivile Opfer, darunter auch KinderQuelle: AP © Khwaja Tawfiq Sediqi

Bei einem US-Drohnenangriff vom Sonntag auf ein Auto in einem Wohnviertel von Kabul sollen mehrere Mitglieder einer afghanischen Familie ums Leben gekommen sein. Wie der US-Sender CNN berichtet, sollen neun Menschen – darunter sechs Kinder – getötet worden sein. Dies soll ein Verwandter der Toten einem für CNN arbeitenden Journalisten vor Ort mitgeteilt haben. Demnach sei das jüngste Todesopfer ein zweijähriges Mädchen. Gegenüber CNN erklärte der Bruder eines Getöteten, dass es sich bei den Opfern um eine "ganz normale Familie" ohne Verbindungen zum IS gehandelt habe.

Auch lokale Medien berichten, dass es beim Angriff zivile Opfer gegeben habe. Der Fernsehsender ArianaNews berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, dass sechs Menschen, darunter vier Kinder, in einem Kabuler Privathaus getötet worden seien. Dem afghanischen Fernsehsender TOLOnews zufolge seien mindestens zehn Menschen, darunter auch Kinder, beim Drohnenangriff ums Leben gekommen.

Nach Angaben des US-Militärs wurde mit dem Drohnenangriff ein weiterer Selbstmordanschlag verhindert. Demnach wurde eine Rakete auf ein mit großen Mengen an Sprengstoff beladenes Auto eines mutmaßlichen Selbstmordattentäters des Islamischen Staates Chorasan (ISIS-K) in Kabul abgeworfen. Laut dem US-Militär sollte mit dem Fahrzeug der internationale Flughafen von Kabul angegriffen werden. Der afghanische IS-Ableger hatte bereits den Angriff vom Donnerstag vergangener Woche in der Nähe des Airports der afghanischen Hauptstadt für sich beansprucht, bei dem Dutzende Menschen, darunter auch 13 US-Soldaten, ums Leben gekommen waren. 

Seitens des US-Militärs hieß es unmittelbar nach der Aktion, dass das US-Militär in Kabul einen unbemannten Selbstverteidigungsluftangriff auf ein Fahrzeug durchgeführt hätte, um eine "unmittelbar bevorstehende Bedrohung durch ISIS-K für den internationalen Flughafen Hamad Karzai zu beseitigen".

Das US-Zentralkommando räumte später ein, dass die Explosion weitere Todesopfer gefordert haben könnte. Laut Reuters teilte das US-Zentralkommando mit:

"Wir wissen, dass es nach der Zerstörung des Fahrzeugs zu erheblichen und starken Explosionen kam, was auf eine große Menge an Sprengstoff im Inneren des Fahrzeugs hindeutet, die möglicherweise weitere Opfer gefordert hat."

Ein hochrangiger US-Militärbeamter erklärte gegenüber der New York Times, das Militär sei überzeugt, dass sich keine Zivilisten in dem angegriffenen Fahrzeug befunden hätten. Er räumte zugleich ein, dass die Detonation des Sprengstoffs im Fahrzeug "Kollateralschäden" verursacht haben könnte. Die USA erklärten, dass man die Informationen über zivile Opfer prüfen werde.

Wie der RT-Korrespondent aus Kabul Murad Gazdiev berichtet, hätten die Taliban den Drohnenangriff seitens des US-Militärs verurteilt. Washington hätte sie demnach über die konkrete IS-Bedrohung informieren sollen.

Mehr zum ThemaBerichte: Mehrere Raketen auf Flughafen von Kabul abgefeuert

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team