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Ende der Evakuierung? Was nach der Afghanistan-Luftbrücke kommt

Etwa 10.000 Menschen warten am Flughafen Kabul auf eine Gelegenheit, das Land noch zu verlassen. Doch die Chancen schwinden. Mehrere Länder haben die Evakuierung bereits eingestellt. Die USA, die mehr als 80.000 Menschen ausflogen, wollen bis zum 31. August weitermachen.

Die Luftbrücke, mit der derzeit viele Länder Menschen aus Afghanistan ausfliegen, läuft weiter. Am Dienstag und Mittwoch wurden weitere Personen aus dem Land evakuiert. Die derzeitige Luftbrücke dürfte in den nächsten Tagen zu Ende gehen. Derweil sind rund um den Kabuler Flughafen noch immer Tausende Afghanen versammelt, die auf eine Ausreise hoffen.

Tausende weitere Personen evakuiert

Verschiedene Länder, allen voran die an dem nun zu Ende gehenden NATO-Einsatz beteiligten Staaten, evakuieren derzeit über die usbekische Hauptstadt Taschkent gefährdete Personen aus Afghanistan. Dabei handelt es sich vor allem um afghanische Ortskräfte und deren Angehörige, aber auch beispielsweise um Mitarbeiter von Nicht-Regierungs-Organisationen und andere ausländische Zivilisten. Die Bundeswehr hat bis dato 5.300 Personen ausgeflogen, die USA haben bislang etwa 88.000 Personen evakuiert.

Etwa 5.000 der von den USA evakuierten Menschen sind vorübergehend auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein untergekommen, der als Drehkreuz fungieren soll. Von dort aus sollen sie nach der Registrierung in die USA ausgeflogen werden. Die Kapazitäten der Zeltlager auf dem Luftwaffenstützpunkt sollen noch weiter aufgestockt werden.

Auch Russland, das im Gegensatz zu den meisten westlichen Staaten seine diplomatische Vertretung in Afghanistan vollumfänglich aufrechterhalten will, hat am Mittwoch etwa 500 Personen aus Kabul ausgeflogen. Dabei handelte es sich um Bürger der Russischen Föderation, Weißrusslands, Kirgisistans, Tadschikistans und Usbekistans. "Normalerweise warten die Menschen fünf oder sechs Tage auf ihre Evakuierung", berichtet ein Evakuierter von seiner Ausreise mit der russischen Militärmaschine. "Wir wurden gestern informiert, und heute sitzen wir in den Flugzeugen. Das ist wirklich wunderbar."

Ende der Evakuierung in Sicht – doch was kommt danach?

Viele Staaten, darunter Polen, Belgien und Dänemark haben die Evakuierungsflüge bereits jetzt eingestellt. Deutschland und Frankreich planen derzeit ebenfalls bereits die letzten Flüge. Die USA kündigten an, dass man zwar bis zur letzten Minute – also bis zum 31. August, dem Enddatum des Abzugs aus Afghanistan – weiter evakuiere, man plane aber auch Kapazitäten an Bord der Flugzeuge für militärische Ressourcen ein. "Wenn Sie zu den zu Evakuierenden gehören, die wir herausholen können, dann werden wir Sie bis zum Ende weiter evakuieren", erklärte der Pentagon-Sprecher John Kirby in einer Pressekonferenz. "Aber in diesen letzten Tagen werden wir versuchen, so viele Kapazitäten wie möglich am Flughafen zu erhalten, wie Sie sich vorstellen können. In diesen letzten Tagen werden wir also damit beginnen, militärische Ressourcen für den Abzug zu priorisieren."

In Afghanistan halten sich jedoch laut Angaben des US-Militärs rund um den Flughafen aktuell noch etwa 10.000 Menschen auf, die auf eine Ausreise warten. Derzeit wird diskutiert, ob es möglich ist, den zivilen Flughafen wieder in Betrieb zu nehmen. Darüber könnten dann gegebenenfalls auch nach dem 31. August Personen aus Afghanistan ausgeflogen werden.

Mehr zum Thema - Westliche Länder geben Ende von Evakuierungsmissionen aus Kabul bekannt

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