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Geldstrafe und Gottesdienstverbot für Kirche wegen Verstoßes gegen COVID-19-Beschränkungen

Die australische Polizei hat hohe Geldstrafen für COVID-19 verhängt und eine Kirche geschlossen, nachdem am Sonntag rund 60 Personen beim Gottesdienst in einer Kirche im Westen Sydneys erwischt worden waren, wo der Pfarrer erklärte, dass "der Lockdown beendet sei." Australien hat einige der bisher härtesten Lockdown-Maßnahmen eingeführt.
Geldstrafe und Gottesdienstverbot für Kirche wegen Verstoßes gegen COVID-19-BeschränkungenQuelle: www.globallookpress.com © www.imago-images.de

Die australische Polizei hat ein einwöchiges Betriebsverbot gegen eine Kirche außerhalb von Sydney verhängt, nachdem ihr Pastor eine Predigt gehalten hatte, die gegen die Gesundheitsvorschriften verstieß, und seine Anhänger dazu aufforderte, sich den strengen Lockdown-Maßnahmen der Stadt zu widersetzen. Das siebentägige Betriebsverbot wurde gegen die Christ Embassy Kirche in Blacktown, einem Vorort von Sydney, verhängt, teilte die Polizei von New South Wales (NSW) am Mittwoch mit. Christ Embassy ist eine Megakirche mit Hauptsitz in Lagos, Nigeria.

Die Beamten wurden am Sonntagabend alarmiert, dass die Kirche unter Missachtung der öffentlichen Gesundheitsvorschriften geöffnet war. Sie sagten, rund 60 Erwachsene und Kinder hätten an der Messe teilgenommen, obwohl nach den Vorschriften des NSW die Gotteshäuser für die Öffentlichkeit geschlossen werden sollten. Nach Angaben australischer Medien hatte Pastor Marvin Osaghae gegen die Maßnahmen protestiert und den Gläubigen angeblich verkündet:

"Die Quarantäne ist vorbei. Die Lockdowns in den Städten von NSW sind vorbei, im Namen von Jesus. Die Geschäfte kehren zur Normalität zurück, jeder Park wird wieder belebt, die Straßen werden wieder lebendig. Wir lehnen jeden Lockdown ab."

Als die Beamten eintrafen, verhängten sie gegen 30 Personen Geldstrafen in Höhe von je 1.000 australischen Dollar (618 €) und gegen die Kirche in Höhe von 5.000 Dollar (3.090 €) wegen Verstoßes gegen die COVID-Vorschriften. Am Mittwoch verhängte die Polizei eine weitere Geldstrafe in Höhe von 500 Dollar (309 €) gegen 27 der gleichen Teilnehmer, weil sie keine Maske getragen hatten.

Die illegale Versammlung in der Kirche wurde von der NSW-Premierministerin Gladys Berejiklian verurteilt, die sagte, es sei "sehr entmutigend" zu sehen, wie sich Menschen über die Lockdown-Maßnahmen hinwegsetzen. Der stellvertretende Polizeipräsident von NSW, Gary Worboys, sagte:

"Ganz gleich, ob es sich um ein Fußballspiel oder einen Gottesdienst handelt - man kann sich nicht in Blacktown versammeln, wie sie es getan haben."

Die NWS-Polizei hat ihren Kampf gegen COVID-Regelverstöße intensiviert. Die Medien berichteten unter anderem über eine Person, die ein Bußgeld erhielt, weil sie ihren Hund ohne Maske ausführte, und über ein Paar, das ein Bußgeld erhielt, weil es auf einem Markt im Freien gegessen hatte.

In den Großstädten Sydney und Melbourne wurden in der vergangenen Woche der Lockdown verlängert und Ausgangssperren verhängt, nachdem neue Fälle der ansteckenden Delta-Variante des Virus registriert worden waren. Die Hauptstadt des Landes, Canberra, verhängte in diesem Monat eine Ausgangssperre, nachdem nur eine einzige Delta-Infektion in der Stadt festgestellt worden war. Am Mittwoch meldeten die Gesundheitsbehörden von Canberra neun neue Fälle, womit sich die Gesamtzahl der aktiven Fälle im Hauptstadtterritorium auf 176 erhöhte.

Am Wochenende fanden in Sydney und Melbourne Proteste gegen die Lockdown-Maßnahmen statt, bei denen einige Teilnehmer mit der Polizei zusammenstießen. Insgesamt gibt es in Australien seit Beginn der Pandemie 45.750 Infektionen und 984 Todesfälle.

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