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"World War Z" – RT-Reporter Murad Gazdiev zur Lage am Flughafen Kabul

Der RT-Reporter Murad Gazdiev ist am Flughafen Kabul eingetroffen. Die Situation vor Ort beschreibt er wie folgt: "Amerikanische Truppen nennen das, was hier passiert, 'World War Z', in Anspielung auf den Zombie-Film. Es ist klar, weswegen."

Der RT-Reporter Murad Gazdiev berichtet von der Lage am Kabuler Flughafen. "Die Situation ist entsetzlich", so Gazdiev. "Wir sind gerade am Flughafen Kabul angekommen. Amerikanische Truppen nennen das, was hier passiert, 'World War Z', in Anspielung auf den Zombie-Film. Es ist klar, weswegen."  

Der gesamte Flughafen sei von Patronenhülsen und Blendgranaten vermüllt. "Alles, absolut alles ist von Stacheldraht bedeckt", sagt Gazdiev. Die gesamte Landebahn sei von Stacheldraht umzäunt. Es würde durchgehend geschossen, sodass keine zehn Minuten ohne Schusswaffengebrauch vergingen. "Entweder verschrecken die amerikanischen Truppen wagemutige Einheimische innerhalb des Flughafens oder die Taliban schrecken am Haupteingang mögliche Flüchtlinge ab", erklärt der RT-Reporter.   

Kleidung, so weit das Auge reicht: eine einzelne Sandale, zerschlissene Frauenschuhe, Hemden, Kopftücher. "Die Mauern aus Stacheldraht erinnern zeitweise an Weihnachtsbäume – behängt mit Kleidung und Müll. Eine Erinnerung an die Menschenmengen und das Gedränge der ersten Tage der Evakuierung. Jetzt gerade brennt etwas am Nordende des Flughafens – eine Rauchschwade steigt in der Nähe amerikanischer Transportflugzeuge auf. Was genau dort brennt, kann ich nicht sehen."

Gazdiev beschreibt weiter: "Zwanzig Meter von uns entfernt scheinen amerikanische und italienische Truppen eine Pause zu machen. Sie fläzen sich auf Bürostühlen, die sie aus dem zerstörten Flughafen-Terminal herausgezogen haben. Sie residieren unter demselben berüchtigten Flughafen-Gate, das afghanische Zivilisten bei ihrer Flucht wie Zombies überschwemmt hatten."    

Die Afghanen, die Gazdiev bei der Landung sah, würden jetzt in quadratischen Formationen aufgestellt. Sie sollen evakuiert werden. Jetzt säßen sie unter dem warmen afghanischen Sommerhimmel – Frauen, Kinder und Männer, Stunde um Stunde. Gazdiev erläutert:

"Leider können wir keine Bilder oder Videos veröffentlichen, da dies den Evakuierungsvertrag zwischen Russen und US-Amerikanern verletzen würde." 

"Die amerikanischen Truppen hier stehen am Abgrund, die Nerven liegen blank. Jeder einzelne Flug hebt unter dem Beschuss durch die Taliban ab." Das russische Außenministerium habe mit den USA eine Vereinbarung getroffen, auch russische Evakuierungsflüge hereinkommen zu lassen. Dies sei in diesen hektischen Zeiten schon fast ein diplomatisches Wunder. "Wir können einfach nicht riskieren, diese Vereinbarung und die Sicherheit jetziger und zukünftiger Evakuierungen aufs Spiel zu setzen, nur um euch Fotos zu zeigen, die ihr in einer Woche sowieso vergessen habt", erklärt Gazdiev zum Abschluss seines Berichtes. 

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