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Die Welt war in den letzten 15 Jahren nie wütender und trauriger – Gallup Emotions Report

Laut der neuesten Umfrage des US-amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Gallup beklagen sich Menschen weltweit verstärkt über Stress, Wut und Sorgen. Gallup spricht von "Rekordwerten". Auslöser für die negativen Emotionen ist nicht nur die Corona-Krise.
Die Welt war in den letzten 15 Jahren nie wütender und trauriger – Gallup Emotions ReportQuelle: www.globallookpress.com

Der globale Gallup-Bericht für das Jahr 2021 bewertete Länder weltweit in Bezug auf positive und negative Emotionen – einschließlich Traurigkeit, Freude, Lächeln und das Empfinden von Respekt. Die groß angelegte Befragung von 160.000 Menschen ergab, dass der Stress in mehr als der Hälfte der 116 an der Studie beteiligten Länder zugenommen hat, was bedeutet, dass fast 190 Millionen Menschen im Jahr 2020 deutlich mehr Stress erlebten als in den vergangenen Jahren.

Der Prozentsatz der Menschen weltweit, die angaben, in den letzten 24 Stunden gelächelt oder gelacht zu haben, sank im Vergleich zu 2019 um fünf volle Punkte auf ein Rekordtief in der 15-jährigen Geschichte der Umfrage. Ein Rekordwert von 40 Prozent der Erwachsenen weltweit gab an, dass sie am Tag vor der Befragung viel Stress hatten, wobei in 21 Ländern ein "zweistelliger Anstieg des Stresses" zu verzeichnen war. "Im Jahr 2020 war die Welt ein traurigerer, wütenderer, besorgterer und gestressterer Ort als zu jedem anderen Zeitpunkt in den letzten 15 Jahren", schreibt Gallup in der am Freitag veröffentlichten Umfrage. 59 Prozent der US-Amerikaner berichteten von mehr Besorgnis, 51 Prozent sagten dasselbe über Stress. Etwa drei Viertel der US-Amerikaner drückten Traurigkeit aus, und 82 Prozent berichteten von zusätzlichen Gefühlen der Wut.

Auffällig dabei: In Ländern mit einer großen Kluft zwischen reichen und armen Menschen waren die Raten an negativen Emotionen, insbesondere Wut, dramatisch höher. Wirtschaftsdaten zeigten, dass die Hälfte der Arbeitnehmer weltweit angab, wegen der Corona-Krise weniger Geld zu verdienen. Ein Drittel verlor seinen Arbeitsplatz seit Beginn der Krise im Jahr 2020. Etwa ein Drittel der Befragten, bzw. 32 Prozent der Menschen, drückten Gefühle von Stress, Sorgen, Wut oder Traurigkeit aus – der höchste Wert seit Beginn des Gallup-Berichts über Emotionen.

Zusätzlich wurden negative Erfahrungen von einer überwältigenden Mehrheit in Ländern berichtet, die von großer Einkommensungleichheit und Regierungskorruption betroffen sind. Frauen mit kleinen Kindern waren in Bezug auf das Stressniveau am stärksten betroffen. Jon Clifton, Managing Partner von Gallup Global, hob jedoch hervor, dass die Corona-Krise zwar eindeutig eine große Rolle spiele, die negativen Emotionen aber in den letzten zehn Jahren stetig zugenommen hätten.

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