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Lawrow für Reformierung des UN-Sicherheitsrates: Westliche Länder sind "übermäßig" vertreten

"Die Begrenzung der übermäßigen Vertretung des Westens im UN-Sicherheitsrat durch Stärkung des Blocks von Vertretern der Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas ist eines der Ziele der Demokratisierung der internationalen Beziehungen", sagte Lawrow im "Kommersant".
Lawrow für Reformierung des UN-Sicherheitsrates: Westliche Länder sind "übermäßig" vertretenQuelle: AFP © Russian Foreign Ministry

Westliche Nationen hätten zu viel Macht im UN-Sicherheitsrat und ihre "übermäßige Vertretung" sollte begrenzt werden, um eine ausgewogene Weltordnung zu schaffen, erklärte der russische Außenminister Sergei Lawrow in einem Artikel der russischen Tageszeitung Kommersant.

Lawrow sagte, es sollte ständige Vertretungen aus Afrika, Südasien und Südamerika geben. Die G20 sei eine ausgewogene Plattform, da sie "die G7 sowie die BRICS-Staaten" (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) zusammenbringt.

"Zu den Bemühungen, mehr Demokratie in die internationalen Beziehungen zu bringen und eine multipolare Weltordnung zu bekräftigen, gehört die Reform des UN-Sicherheitsrates durch die Stärkung mit asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern und die Beendigung der Normabweichung durch übermäßige Vertretung des Westens im Hauptorgan der Vereinten Nationen."

Der Sicherheitsrat besteht derzeit aus 15 Nationen mit nur fünf ständigen Mitgliedern (China, Russland, USA, Frankreich und Großbritannien). Lawrow glaubt, dass das dem Westen ermögliche, "Vorschriften zu machen" und alle Länder zu rügen, die die ungeschriebenen Regeln der sogenannten "regelbasierten Weltordnung" nicht anerkennen. Mit der Einführung seines Konzepts von einer "regelbasierten Weltordnung" wolle der Westen die Diskussion über Schlüsselthemen in die Formate führen, die für Andersdenkende nicht bequem seien.

"Regelbasierte Ordnung ist die Verkörperung von Doppelmoral."

Lawrow sprach im Dezember 2020 auf einer Videokonferenz des Russischen Rates für internationale Angelegenheiten vom G20-Gipfel als dem einzigen bisherigen Mechanismus außerhalb des UN-Sicherheitsrates, bei dem es noch möglich sei, sich auf der Grundlage eines Interessenausgleichs zu einigen. Die Welt befinde sich in einer Übergangsphase zu einer multipolaren Weltordnung. Die westlichen Länder ignorieren derzeit dennoch, so Lawrow, objektive globale Entwicklungstendenzen und versuchen, die unipolare Weltordnung wiederherzustellen. Die Strategie der westlichen Mächte beruhe darauf, alle Länder auf der Welt mit allen Mitteln in diese unipolare Weltordnung hineinzuzwängen. 

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