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"Der Westen ist zurück": Corona und "wertebasierter" Multilateralismus stehen auf G7-Tagesordnung

Die Staats- und Regierungschefs der G7 trafen im britischen Cornwall ein. Der britische Premierminister Johnson eröffnete das Treffen. Mitgliedstaaten sollen unter anderem eine Botschaft an Länder wie Russland und China senden: Der Westen ist zurück.

Im südenglischen Cornwall hat heute das G7-Gipfeltreffen führender Industrienationen begonnen. Zu den dreitägigen Beratungen kamen die Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Kanada, Japan und den USA zusammen. Außerdem nehmen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie EU-Ratspräsident Charles Michel an der G7-Gipfel teil. 

Am Freitag liegt der Schwerpunkt der Beratungen zunächst auf der wirtschaftlichen Erholung von der COVID-19-Pandemie. Am Samstag will sich der Gipfel den Themen Wirtschaft und Außenpolitik sowie Gesundheit und dem Umgang mit der Pandemie den Gipfel widmen. Am Sonntag liegt der Schwerpunkt auf dem Klimawandel.

Die G7-Staaten wollen auf dem dreitägigen Gipfel im britischen Cornwall "ein Signal der Solidarität in der Corona-Pandemie" aussenden, hieß es auf Reuters. "Wir müssen sichergehen, dass wir die Lehren aus der Pandemie ziehen und einige der Fehler, die wir zweifelsohne in den letzten 18 Monaten gemacht haben, nicht wiederholen", sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Freitag im Vorfeld des Gipfels. Die sieben wichtigsten westlichen Industrienationen wollen eine Milliarde Corona-Impfdosen an ärmere Länder spenden.

Die EU wie auch die USA haben bislang russischen Sputnik-Impfstoff gegen Corona politisiert. So schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung im März über Sputnik V, es handele sich um "ein Instrument eines hybriden Krieges" gegen die EU.

Ein größeres Thema auf dem dreitägigen Gipfel sollen die Beziehungen zu China und Russland sein. Frankreich und Deutschland hatten bereits deutlich gemacht, dass sie zwar für einen härteren Kurs gegenüber der Führung in Peking sind, aber keine Konfrontation zwischen den USA und China wollen, bei der sich die Europäer an die Seite Washingtons stellen. Bereits am Donnerstag hatte es von der Bundesregierung geheißen, dass von dem Treffen auch die Botschaft an Länder wie Russland und China ausgehen solle, dass "der Westen zurück ist". 

Es wurde erwartet, dass sich Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Joe Biden am Rande des G7-Gipfels erstmals seit dem Amtsantritt des US-Präsidenten persönlich treffen. Für Biden ist es der erste große Gipfel und die erste Auslandsreise seit Amtsantritt. Merkel wird auch gegen Ende ihrer Kanzlerschaft noch einmal zu Gast im Weißen Haus sein. Am 15. Juli wird sie von Biden empfangen. 

Die Kanzlerin betonte im Vorfeld des Treffens, man werde ein starkes Wort für den Multilateralismus und auch für den sogenannten wertebasierten Multilateralismus sprechen. Dies werde "natürlich auch zu einer Auseinandersetzung mit Russland, aber auch in einigen Aspekten mit China führen". 

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