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Kissinger warnt vor einem potenziellen neuen Kalten Krieg zwischen den USA und China

Laut dem erfahrenen ehemaligen US-Außenminister und Sicherheitsexperten Henry Kissinger haben die Fortschritte in der Nukleartechnologie und der Künstlichen Intelligenz – also in Bereichen, in denen sowohl die USA als auch China führend sind – die Gefahr eines Armageddon vervielfacht.
Kissinger warnt vor einem potenziellen neuen Kalten Krieg zwischen den USA und ChinaQuelle: www.globallookpress.com © Christoph Soeder/dpa

Der renommierte US-Diplomat und ehemalige nationale Sicherheitsberater der USA, Henry Kissinger, warnte am Freitag, dass die Spannungen zwischen den USA und China die ganze Welt zu verschlingen drohen und zu einem Armageddon-ähnlichen Zusammenstoß zwischen den beiden Militär- und Technologiegiganten führen könnte. In seiner Rede in Arizona auf dem Sedona-Forum des McCain-Instituts zu globalen Fragen sagte Kissinger:

"Es ist das größte Problem für Amerika; es ist das größte Problem für die Welt. Denn wenn wir das nicht lösen können, dann besteht das Risiko, dass sich auf der ganzen Welt eine Art kalter Krieg zwischen China und den Vereinigten Staaten entwickelt."

Der 97-jährige ehemalige US-Außenminister unter den US-Präsidenten Richard Nixon und Gerald Ford, der zuvor noch als nationaler Sicherheitsberater von Nixon 1971 das Einfrieren der Beziehungen zwischen Washington und Peking eingefädelt hatte, warnte nun vor einer Bündelung der wirtschaftlichen, militärischen und technologischen Stärken der beiden Supermächte, die mehr Risiken in sich berge als seinerzeit der Kalte Krieg mit der Sowjetunion:

"Die Menschheit hat zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte die Fähigkeit, sich in einer endlichen Zeitspanne selbst auszulöschen. Wir haben die Technologie einer Macht entwickelt, die jenseits dessen liegt, was sich irgendjemand noch vor 70 Jahren vorstellen konnte. Und nun kommt zur Nuklearfrage die High-Tech-Frage hinzu, die im Bereich der Künstlichen Intelligenz im Kern darauf beruht, dass der Mensch zum Partner von Maschinen wird und dass Maschinen ein eigenes Urteilsvermögen entwickeln können. Also in einem militärischen Konflikt zwischen High-Tech-Mächten ist das von kolossaler Bedeutung."

Der Kalte Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg sei nur von einer Dimension gewesen und habe sich auf den Wettbewerb mit Atomwaffen konzentriert, so Kissinger.

"Die Sowjetunion hatte keine wirtschaftliche Kapazität. Sie hatten militärisch-technologische Kapazitäten. Sie hatten keine entwicklungstechnische Kapazität, wie China sie hat. China ist eine riesige Wirtschaftsmacht, die zusätzlich zu einer bedeutenden Militärmacht wird."

Kissinger sagte, die Politik der USA gegenüber China müsse daher einen zweigleisigen Ansatz verfolgen: Fest zu den US-Prinzipien zu stehen, um von China Respekt einzufordern, und gleichzeitig einen ständigen Dialog zu führen und Bereiche der Zusammenarbeit zu suchen und zu finden.

"Ich sage nicht, dass Diplomatie immer zu vorteilhaften Ergebnissen führen wird. Das ist die komplexe Aufgabe, die wir haben ... Niemandem ist es bisher gelungen, sie vollständig zu erfüllen."

Da sich offenkundig die Situation zwischen den USA und China weiter zuspitzt, könnte folglich auch Deutschland vor einer schwierigen Herausforderung stehen, denn die deutsche Wirtschaft ist bekanntlich bereits extrem mit der chinesischen Wirtschaft verflochten.

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