International

Die US-Inflation kommt – auch nach Deutschland

Die Inflationsrate in den USA ist im März auf 2,5 Prozent gestiegen – 0,8 Prozentpunkte mehr als noch im Februar. Experten halten weitere Steigerungen für möglich. In Deutschland lag die Inflationsrate im März bei 1,7 Prozent mit steigender Tendenz.
Die US-Inflation kommt – auch nach DeutschlandQuelle: www.globallookpress.com © Patrick Pleul/dpa

Was die geldmarktkontrollierende Großmacht USA vorantreibt, wird wie ein Tsunami auch die meisten Europäer erreichen. So auch die Inflation. Im Vergleich zum März 2020 stieg die Teuerungsrate dort auf 2,6 Prozent. Im Februar lag sie noch bei 1,7 Prozent. Die Commerzbank-Ökonomen Bernd Weidensteiner und Christoph Balz stellen in einer Studie im Handelsblatt dazu fest:

"Steigende Rohstoffpreise sowie Engpässe bei Produktion und Transport haben sich im März in einem stärkeren Inflationsdruck niedergeschlagen." 

Besondere Sorgen machen in den USA die Energiepreise, etwa die Benzinpreise, die um 9,1 Prozent zum Vormonat stiegen. Was durch CO2-Bepreisung in Deutschland ankommen wird, liegt auf der Hand. Der Emissionshandel für Brennstoffe ist mit einem fixen CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne gestartet. Dadurch verteuerte sich der Liter Benzin künstlich in Deutschland um rund 7 Cent, der Liter Diesel um rund 8 Cent. Bis 2025 steigt der CO2-Preis schrittweise auf 55 Euro je Tonne. Alle weiteren Preissteigerungen treffen den deutschen Verbraucher mit voller Wucht. 

In den USA kann man schon die unmittelbaren Folgen der Benzinsteigerungen sehen, die in den Lieferketten weitergereicht werden. So wurden zunächst in den USA Mietwagen sogar um 11,7 Prozent teurer. Grund: Die Anbieter hätten 2020 ihre Flotten verkleinert und könnten die wieder anziehende Nachfrage nun kaum bedienen, zumal auch Neuwagen schwieriger zu beschaffen seien, weil die Autoindustrie mit Engpässen bei der Produktion von Chips kämpft, so die Analysten.

Experten warnen, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten über die Marke von drei Prozent klettern könnte. Allein der statistische Effekt: Vor einem Jahr lagen die Preise wegen der Corona-Rezession niedrig. Der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, glaubt:

"Die Furcht ist, dass nun aufgrund der fiskalischen und geldpolitischen Hilfen ein Inflationsdamm gebrochen ist."

Die US-Notenbank (Fed) hat nicht nur Vollbeschäftigung als Ziel, sondern auch stabile Preise. Sie unterstützt die von der Corona-Krise getroffene Wirtschaft mit monatlichen 120 Milliarden Dollar. Auch das kann von einer gut gemeinten Hilfe schnell zu einer weiteren Inflationsaufheizung führen. 

Eine hohe Arbeitslosigkeit und eingefrorene Löhne sind nicht gerade konjunkturelle Anschubfaktoren, doch bremsen sie die Inflation. Geht die Arbeitslosigkeit zurück, steigt die Inflation erneut.

Mehr zum Thema - Schwellenländer wie Brasilien, Türkei und Ägypten leiden unter hohen US-Anleihezinsen