International

Ehemann verbietet Ausreise: Irans Nationaltrainerin darf nicht zur Ski-WM nach Cortina

Samira Zargari, die Trainerin der iranischen Frauen-Nationalmannschaft, durfte mit ihren Sportlerinnen nicht zur Ski-WM nach Italien fliegen. Der Grund: Ihr Ehemann hat Zargari die Ausreise verweigert. Offiziell darf er das. Doch die Kritik ist laut.
Ehemann verbietet Ausreise: Irans Nationaltrainerin darf nicht zur Ski-WM nach CortinaQuelle: Gettyimages.ru © Amin Mohammad Jamali

Im Iran dürfen Männer ihren Ehefrauen verbieten, das Land zu verlassen. Deshalb konnte die Skitrainerin Samira Zargari nicht zur Ski-Weltmeisterschaft nach Cortina reisen. Ihr Team muss ohne sie auskommen. Das Gesetz wird als rückständig kritisiert. Viele fordern seine Abschaffung. In den sozialen Medien erklärten viele ihre Solidarität mit Zargari.

Die iranische Skirennfahrerin Forough Abbasi sagte am Donnerstag:

"Es ist eine Regel im Iran. Wir versuchen, sie zu ändern. Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Ich wünschte, wir könnten es verändern – alle Frauen im Iran zusammen."

Abbasi zeigte sich zuversichtlich: "Sie werden das sicher ändern. Wir haben so viele starke Frauen, die diese Regel ändern wollen." Grundsätzlich sei das Leben für eine Frau im Iran nicht so hart, betonte Abbasi zudem. "Wir können machen, was immer wir wollen. Es gibt ein paar Regeln wie diese, aber nicht für jeden. Vielleicht eine von tausend Frauen hat diese Probleme." Auch ihre Trainerin sei "eine freie Frau, wenn du siehst, wo sie überall auf der Welt war und wie viel sie gereist ist".

Im Iran war die Kritik teils deutlich schärfer. Dass Männer ihren Frauen die Ausreise verbieten können, sei "ein Gesetz, das im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr hat", sagte die renommierte Anwältin Farideh Ghejrat. Im Ausland werde die Regel nicht akzeptiert, ein Imageverlust insbesondere bei internationalen Großveranstaltungen sei die Folge. Ähnlich wie Rennfahrerin Abbasi forderte sie eine Abschaffung des Gesetzes.

Der Menschenrechtsaktivist Hassan Assadi-Sejabadi warf der iranischen Justiz Sklaverei vor. Er schrieb auf Twitter: 

"Wir haben es mit einem Rechtssystem zu tun, in dem eine Person über das Schicksal einer anderen Person entscheiden darf."

In den vergangenen Jahren wurde mehreren iranischen Sportlerinnen in ähnlichen Situationen die Ausreise verboten etwa Niloufar Ardalan, Kapitänin des Frauen-Hallenfußball-Nationalteams, kurz vor dem Abflug zur Asienmeisterschaft im Jahr 2015.

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