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Istanbul: Ukraine und Türkei unterzeichnen Militärabkommen

Während die Türkei eine Übung mit dem russischen S-400-Raketenabwehrsystem meldete, traf sich Erdoğan mit seinem ukrainischen Amtskollegen in Istanbul, um ein Militärabkommen zu unterzeichnen und die "strategische Partnerschaft" zu vertiefen.
Istanbul: Ukraine und Türkei unterzeichnen MilitärabkommenQuelle: Reuters

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und sein ukrainischer Amtskollegen Wladimir Selenskij kamen am Freitag in Istanbul zusammen, um ein Militärabkommen zu unterzeichnen. Die Türkei und die Ukraine hätten ihre langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, einschließlich der Verteidigungsindustrie, des Gesundheitswesens und des Tourismus, durch einen Win-Win-Ansatz weiter gestärkt, hieß es auf Anadolu

"Die Türkei betrachtet die Ukraine als Schlüsselland für die Herstellung von Stabilität, Sicherheit, Frieden und Wohlstand in der Region", sagte Erdoğan nach der Unterzeichnungszeremonie zwischen den beiden Schwarzmeer-Anrainern. Beide Länder haben in den letzten Jahren ihre militärischen Beziehungen verstärkt. Im letzten Jahr haben sie sich auf den Kauf türkischer Drohnen geeinigt. Selenskij sagte seinerseits, sein Land sei bereit, die strategische Partnerschaft mit der Türkei weiter auszubauen, und fügte hinzu, dass die Diskussionen am Freitag produktiv gewesen seien. Er betonte, dass die Vereinbarungen den Weg für "neue Möglichkeiten" ebnen. Die Unterzeichnung des Abkommen kam zu einem Zeitpunkt, als die Türkei sich im Konflikt um Bergkarabach im Südkaukasus offenkundig auf die Seite Aserbaidschans geschlagen und dieses Land mit Waffen beliefert hat. Die Vertiefung der Verteidigungspartnerschaft zwischen der Türkei und der Ukraine werde als Versuch angesehen, Russlands Vorherrschaft in der Schwarzmeerregion zu kompensieren, berichtet al-Arabiya.

In den letzten Tagen hatte die Türkei zudem erstmals das von Russland gekaufte S-400-Raketenabwehrsystem getestet. Die türkische Armee habe einen Test in der nördlichen Provinz Sinop am Schwarzen Meer vorgenommen, berichteten regierungsnahe türkische Medien. Der Kauf des Raketensystems im vergangenen Jahr hatte einen heftigen Streit zwischen den NATO-Partnern Türkei und USA ausgelöst. Die US-Regierung hat mittlerweile die Türkei nach einem möglichen Test des russischen S-400-Raketensystems vor dessen Einsatz gewarnt. Der Türkei drohen deswegen weiterhin US-Sanktionen. Dieses System könne ein Risiko für alliierte Luftfahrzeuge darstellen und die Beziehungen zwischen Bündnispartnern beeinträchtigen, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums NATO.

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