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Geldwäsche nötig? Coronavirus kann laut Studie 28 Tage lang auf Bargeld überleben

Das Coronavirus kann bei kühlerem Klima auf bestimmten Oberflächen, darunter Banknoten und Handy-Bildschirmen, fast einen Monat lang überleben. Höhere Temperaturen schaden dem Virus hingegen sehr. Das lassen neue Untersuchungen australischer Wissenschaftler vermuten.
Geldwäsche nötig? Coronavirus kann laut Studie 28 Tage lang auf Bargeld überlebenQuelle: Reuters © Thomas Hodel

Laut einer vom Virology Journal veröffentlichten Studie der australischen Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization (CSIRO) ist das Coronavirus in der Lage, im Freien wesentlich länger zu überleben als bisher angenommen. Der Geschäftsführer der CSIRO Dr. Larry Marshall erklärte:

Wenn wir feststellen, wie lange das Virus auf Oberflächen wirklich lebensfähig bleibt, können wir seine Ausbreitung genauer vorhersagen und eindämmen und die Menschen besser schützen.

Den Forschungsergebnissen zufolge erwies sich das Virus als "äußerst stabil" und sei in der Lage, auf glatten, nicht porösen Oberflächen wie Papier- und Plastikbanknoten, Glas und Stahl zu überleben. Bei einer Raumtemperatur von minus 20 Grad Celsius bleibt es für 28 Tage am Leben, etwa zehn Tage länger als das reguläre Grippevirus. Es ist anzumerken, dass das Experiment im Dunkeln durchgeführt wurde, da UV-Licht das Coronavirus sehr effektiv abtötet.

Höhere Temperaturen sind für das Virus deutlich unangenehmer. Bei 40 Grad Celsius konnte es weniger als 24 Stunden überleben. Bei 30 Grad Celsius zeigte das Virus gemischte Reaktionen: Es überlebte etwa sieben Tage auf Edelstahl, Banknoten aus Plastik und Glas, aber nur drei Tage auf Vinyl und Baumwollgewebe. Auf Papiergeld wurde das Virus unter diesen Bedingungen noch nach 21 Tagen nachgewiesen. In den Ergebnissen der Studie heißt es:

Die in dieser Studie nachgewiesene Persistenz von SARS-CoV-2 ist für das öffentliche Gesundheitswesen und den Verkehrssektor von Bedeutung. Diese Daten sollten bei Strategien berücksichtigt werden, die darauf abzielen, das Risiko der Übertragung von Infektionserregern während der aktuellen Reaktion auf die Pandemie zu mindern.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der bevorstehende Winter auf der Nordhalbkugel noch komfortablere Bedingungen für das Virus bieten wird. Für Australien bedeutet dies jedoch gute Nachrichten, da das Land nun auf seine Sommerzeit zusteuert. Während der Pandemie könnte es jedenfalls eine gute Idee sein, sein Geld zum Sonnenbaden mitzunehmen und es an heißen Orten aufzubewahren.

Weltweit hat die Zahl der vermutlichen COVID-19-Erkrankungen bereits die 37 Millionen-Marke überschritten, während fast 1,1 Millionen Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind, wie jüngste Zahlen der Johns-Hopkins-Universität zeigen. Die USA, Indien und Brasilien sind nach wie vor die am schlimmsten betroffenen Länder, auf die mehr als die Hälfte aller Fälle weltweit fallen.

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