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US-Vertreter dringen nach Abzug der Diplomaten in Chinas Konsulat in Houston ein

China hat die Anordnung der US-Regierung befolgt und sein Konsulat in Houston geschlossen. Kurz nach dem Abzug der Diplomaten drangen US-Beamte ins Gebäude ein. US-Außenminister Mike Pompeo hatte zuvor Chinas Vertretung in Houston ein "Drehkreuz der Spionage" genannt.
US-Vertreter dringen nach Abzug der Diplomaten in Chinas Konsulat in Houston einQuelle: Reuters © GARY MCWILLIAMS

Drei Tage nach der angeordneten Schließung des Konsulats in Houston haben chinesische Diplomaten die Vertretung in der texanischen Metropole geräumt. US-Medien berichteten, knapp eine Stunde nach dem Abzug der Diplomaten seien US-Behördenvertreter in das Gebäude eingedrungen. Augenzeugen veröffentlichten Videos der Aktion.

Die Zeitung Houston Chronicle berichtete, 40 Minuten nach dem Ablauf der Frist zur Räumung am Freitag (Ortszeit) sei dafür eine Hintertür des Gebäudes aufgebrochen worden. Der Sender CNN meldete, Sicherheitskräfte seien auf das Gelände gefahren, nachdem die chinesischen Diplomaten von dort abgezogen seien.

Die US-Regierung hatte die Schließung des Konsulats in Houston am Dienstag angeordnet. US-Außenminister Mike Pompeo nannte die diplomatische Vertretung ein "Drehkreuz der Spionage und des Diebstahls geistigen Eigentums". Es müsse geschlossen werden, um das amerikanische Volk zu schützen. Ein Beamter des US-Außenministeriums sagte am Freitag, die Schließung sei Teil von "bewussten Bemühungen", die Beziehung zu China auf eine "solide Grundlage" zu stellen.

China forderte die USA erfolglos auf, die Schließung des Konsulats in Houston rückgängig zu machen, damit die bilateralen Beziehungen zur Normalität zurückkehren könnten. Als Vergeltung verfügte die Regierung in Peking, dem US-Konsulat in Chengdu im Südwesten des Landes die Lizenz zu entziehen. Das sei eine "legitime und notwendige Reaktion auf die unvernünftigen Handlungen der USA". Schuld daran sei allein die Regierung von US-Präsident Donald Trump.

Durch die gegenseitige Schließung der Konsulate müssen Dutzende Diplomaten beider Staaten zurück in ihre Heimat. Der diplomatische Streit verschärft die Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften. Die Großmächte liegen schon wegen Chinas Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus, der Handelspolitik und dem Vorgehen der chinesischen Behörden in Hongkong und in Xinjiang im Streit. Das Verhältnis ist aus chinesischer Sicht so schlecht wie seit der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen 1979 nicht mehr. 

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