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Putin ruft 75 Jahre nach Kriegsende angesichts der globalen Krise zu Einheit und Zusammenarbeit auf

Im Jahr 1945 besiegten die Alliierten Nazideutschland und seine Verbündeten. Heute, 75 Jahre später, betont Russlands Präsident Wladimir Putin, wie wichtig die gemeinsame Verantwortung gegenüber der Vergangenheit und der Zukunft ist. Er ruft zur Zusammenarbeit auf.
Putin ruft 75 Jahre nach Kriegsende angesichts der globalen Krise zu Einheit und Zusammenarbeit aufQuelle: Sputnik © Alexei Drushinin

In einem Artikel, der am Donnerstag in der US-Zeitschrift The National Interest sowie auf der Webseite des Kremls veröffentlicht wurde, spricht der russische Präsident mehrere Themen an. Er erklärt die Gründe für den Aufstieg Adolf Hitlers, die Ursachen des Zweiten Weltkrieges, die Vorteile der Nachkriegsordnung, sowie die Wichtigkeit, das Gedenken an den Krieg und seine Schrecken aufrechtzuerhalten.

Als eine der Hauptursachen des Zweiten Weltkrieges nennt Putin die Schwäche des Völkerbundes, der über kein effektives Instrument verfügte, um Konflikte verhindern zu können. In seinem Artikel lobt er die Siegermächte dafür, dass sie die Vereinten Nationen mit einer festen rechtlichen Grundlage gegründet haben, die Kriege zwischen den Großmächten nicht zulässt.

Es ist unsere Pflicht - aller, die die politische Verantwortung übernehmen, in erster Linie der Vertreter der Siegermächte im Zweiten Weltkrieg - sicherzustellen, dass dieses System aufrechterhalten und verbessert wird.

Putin betont das Streben bestimmter Kräfte, die Weltordnung, die in der Nachkriegszeit entwickelt wurde, zu vernichten. Hierdurch werden die Entscheidungen des Nürnberger Tribunals infrage gestellt, stellt Putin fest. Diese Entscheidungen aber hätten internationale Institutionen geschaffen, so der russische Präsident weiter. Diejenigen, die diesen Konsens bewusst infrage stellen, würden die Grundlagen Nachkriegseuropas zerstören, hob er hervor.

Spott und Hohn gegenüber dem Gedenken sind eine Niedertracht.

Der russische Präsident bekräftigt sein Vorhaben, die Wahrheit, die auf historischen Fakten basiert, weiter entscheidend zu schützen. Er betont dabei die Rolle des Nürnberger Tribunals, das Völkermord, ethnische und religiöse Säuberungen, Antisemitismus und Xenophobie als Verbrechen gegen die Menschlichkeit rechtlich eingeordnet hat. Somit seien auch die Nazi-Kollaborateure verurteilt.

Es kann für die kriminellen Taten von Nazi-Komplizen keine Rechtfertigung geben, diese haben keine Verjährungsfrist.

Putin zufolge ist es verblüffend, dass in manchen Ländern diejenigen, die sich durch eine Zusammenarbeit mit den Nazis befleckt haben, plötzlich mit Veteranen des Zweiten Weltkriegs gleichgesetzt werden. Putin hält es für unzulässig, Befreier und Besatzer gleichzusetzen.

Und die Heroisierung der Nazi-Komplizen kann nur als Verrat am Gedenken an unsere Väter und Großväter betrachtet werden. Der Verrat an jenen Idealen, die die Völker im Kampf gegen den Nationalsozialismus vereinten.

Neben einer Erläuterung zu den Ursachen des Zweiten Weltkrieges enthält der Artikel auch einen Hinweis auf das Vermächtnis dieses Konfliktes. Putin betont, dass "fast 27 Millionen Sowjetbürger an den Fronten oder in Nazigefangenschaft ihr Leben verloren, vor Hunger und durch Bomben starben, in Ghettos und den Öfen der nationalsozialistischen Vernichtungslager getötet wurden".

Die UdSSR verlor jeden siebten Staatsbürger, wobei Großbritannien einen von 127 und die USA einen von 320 verloren.

Neben der entscheidenden Rolle der Sowjetunion im Sieg über den Nationalsozialismus lobt Putin auch die wichtige Rolle der Alliierten beim Sieg über Nazideutschland. Insbesondere die Hilfe "bei der Versorgung der Roten Armee mit Munition, Rohstoffen, Lebensmitteln und Ausrüstung" hebt Putin hervor.

Heute, 75 Jahre nach Kriegsende, betont der russische Präsident die Wichtigkeit der Zusammenarbeit und die entscheidende Rolle des internationalen Dialogs. Die Staats- und Regierungschefs Großbritanniens, Chinas, Frankreichs und der Vereinigten Staaten haben sich bereits darauf geeinigt, ein von Moskau vorgeschlagenes Gipfeltreffen durchzuführen.

Eine der wichtigsten Diskussionen im Rahmen dieses Treffens gilt der Entwicklung kollektiver Prinzipien in der internationalen Arena, so der russische Staatschef. Die Erhaltung des Friedens, die Stärkung der globalen und regionalen Sicherheit, die strategische Rüstungskontrolle sowie die gemeinsamen Anstrengungen im Kampf gegen Terrorismus, Extremismus und andere große Herausforderungen und Bedrohungen stehen laut Putin auf der Tagesordnung. Ein besonderer Punkt bei dem Treffen sollen auch die Wirtschaftslage sowie Überwindung der Wirtschaftskrise sein, die durch die Coronavirus-Pandemie verursacht wurde. Putin wörtlich:

Es besteht kein Zweifel daran, dass ein Gipfeltreffen von Russland, China, Frankreich, den Vereinigten Staaten und Großbritannien eine wichtige Rolle bei der Suche nach gemeinsamen Antworten auf moderne Herausforderungen und Bedrohungen spielen und ein gemeinsames Engagement für den Geist des Bündnisses sowie die hohen humanistischen Ideale und Werte demonstrieren wird, für die unsere Väter und Großväter Schulter an Schulter gekämpft haben.

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