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Erster Tanker mit iranischem Brennstoff erreicht Venezuelas Hoheitsgewässer

Ein erster der insgesamt fünf Tanker, die Brennstoff aus dem Iran nach Venezuela liefern sollen, hat am Samstag das Hoheitsgewässer des südamerikanischen Landes erreicht. Die "Fortune" wurde von Schiffen und Flugzeugen der venezolanischen Streitkräfte eskortiert.
Erster Tanker mit iranischem Brennstoff erreicht Venezuelas HoheitsgewässerQuelle: Reuters © Miraflores Palace/Handout

Im Konflikt um iranische Brennstofflieferungen nach Venezuela hat ein erster der insgesamt fünf Tanker am Samstag gegen 19:40 Uhr (Ortszeit) das venezolanische Hoheitsgewässer betreten. Die "Fortune" wurde wegen der Befürchtungen, die USA könnten die Tanker auf ihrem Weg ins südamerikanische Land stoppen, von Flugzeugen und Schiffen der venezolanischen Streitkräfte begleitet.

Der venezolanische Vizeminister Tareck El Aissami bestätigte die Ankunft des Schiffes auf Twitter. Dabei nannte er den Iran eine Bruderrepublik.

Die iranische Botschaft in Venezuela dankte den Streitkräften Venezuelas für das Sicherheitsgeleit des Tankers und postete auf Twitter ein Video vom Schiff.

Die restlichen vier Tanker – "Fores", "Petunia", "Faxon" und "Clavel" – sollen voraussichtlich in den kommenden Tagen die Küste des lateinamerikanischen Landes erreichen. Insgesamt haben die fünf Schiffe 1,53 Millionen Barrel Benzin und Sonderkraftstoff an Bord.

Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet, die US-Marine könnte versuchen, die Öltanker auf ihrem Weg nach Venezuela zu stoppen. Das sei "illegal und eine Form der Piraterie", schrieb Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in einem Brief an UN-Generalsekretär António Guterres. Der iranische Präsident Hassan Ruhani warnte in einem Telefonat am Samstag mit Katars Emir Tamim bin Hamad al-Thani die USA vor Angriffen auf die Tanker in der Karibik:

Falls die Amerikaner unseren Öltankern im Karibischen Meer Probleme bereiten sollten, dann werden auch wir ihnen Probleme bereiten.

Der Iran wolle keinen neuen Konflikt mit den USA, behalte sich jedoch das legitime Recht auf Verteidigung seiner Interessen vor, erklärte der Politiker.

Venezuela ist wegen US-Sanktionen mit großen Problemen bei der Versorgung mit Brennstoff konfrontiert. Das erdölreichste Land der Welt steckt bereits seit Jahren in einer tiefen wirtschaftlichen Krise.

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