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Nach Buschbränden in Australien: Rauch zieht noch immer um die Welt

Obwohl die Flammen erloschen sind, zieht der Rauch der Buschbrände in Australien selbst nach mehr als 100 Tagen noch immer um die Welt. Wissenschaftler verfolgen die Weltreise einer riesigen Dunstwolke, die sich im Dezember gebildet hat. Nun steht sie über Südamerika.
Nach Buschbränden in Australien: Rauch zieht noch immer um die WeltQuelle: Reuters © TRACEY NEARMY

Mehrere Monate lang haben in Australien Buschbrände getobt. Die vom Feuer zerstörte Oberfläche belief sich auf insgesamt 12,5 Millionen Hektar – mehr als ein Drittel der Fläche Deutschlands. Durch die Brände starben 33 Menschen, 3.000 Häuser wurden zerstört. Premierminister Scott Morrison sprach von einem "Schwarzen Sommer" für das Land. Besonders schlimm war die Situation im Januar und im Südosten des grünen Kontinents. In den vergangenen Wochen half der Regen, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Dieser löste aber auch Überschwemmungen aus.

Obwohl die Saison der Buschbrände in Australien nun offiziell vorbei ist, zieht der Rauch noch immer um die Welt. Wissenschaftler aus Neuseeland verfolgen eine riesige Rauchwolke, die sich im Dezember gebildet hat. Demnach sei sie bereits ein paar Mal um die Erde gezogen. Die Reste der Riesenwolke seien nun über Südamerika zu beobachten. Richard Querel vom neuseeländischen Nationalinstitut für Wasser- und Atmosphärenforschung (NIWA) erklärte am Donnerstag:

Die Feuer waren so kraftvoll, dass sie Rauch und Kohlenstoffpartikel ausgestoßen haben, die bis etwa 35 Kilometer hoch über die Erde in die Stratosphäre gelangt sind.

Dem Forscher zufolge sei der Hauptteil der Rauchwolke fünf Kilometer hoch und Hunderte Kilometer breit.

Nach Angaben der Regierung war die Menge an freigesetztem Kohlendioxid durch die Buschbrände größer als der übliche jährliche Ausstoß im Land. Infolge der Brände seien zwischen September 2019 und Februar 2020 rund 830 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangt, hieß es in einem diese Woche veröffentlichten Bericht des Industrie- und Wissenschaftsministeriums. (dpa)

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