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Chef der Werteunion: Vor Höckes Dresdner Rede habe ich mit einem Eintritt in die AfD geliebäugelt

Die Schnittmengen zwischen Teilen der CDU und AfD waren immer da. So spendete der Vorsitzende der Werteunion nach eigenen Angaben kleinere Beiträge an die AfD – vor der Dresdner Rede von Björn Höcke. Nun muss er für seine Offenbarung viel Kritik einstecken.
Chef der Werteunion: Vor Höckes Dresdner Rede habe ich mit einem Eintritt in die AfD geliebäugeltQuelle: www.globallookpress.com © Christoph Schmidt

Der Bundesvorsitzende der konservativen Werteunion, Alexander Mitsch, hat mit einem Eintritt in die AfD geliebäugelt und der Partei auch Geld gespendet. "2014 habe ich 20 Euro und 2016 100 Euro gespendet", sagte das CDU-Mitglied dem Onlineportal "Tichys Einblick". Er habe damals mit sich gerungen, ob er der AfD nicht sogar beitreten solle, "denn meine Verzweiflung über den Zustand meiner CDU war groß".

Bei einer Veranstaltung der Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen habe ich mit dem Referenten Bernd Lucke ein gutes Gespräch geführt. Im Kontext der Griechenlandkrise habe ich der AfD auch Spenden geleistet. Letztlich habe ich mich aber gegen einen Beitritt und gegen jede weitere Unterstützung der AfD entschieden, sagte Mitsch. 

Er sei auch heute noch gegen eine "pauschale Verunglimpfung aller Mitglieder und Wähler der AfD", sagte Mitsch am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Denn es gebe bis heute "vernünftige Menschen in der Partei, aber die haben nicht mehr viel zu sagen". Inzwischen hätten aus seiner Sicht in der AfD "radikale Kräfte die Macht übernommen".

Dass diese Partei nicht seine politische Heimat werden könne, habe er nach der Dresdner Rede von Björn Höcke im Januar 2017 gewusst. Höcke gilt als Rechtsaußen in der AfD. In seiner Rede vor Anhängern in Dresden hatte er eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" gefordert.

Die Werteunion war vor knapp drei Jahren als Reaktion vor allem auf die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegründet worden. Zu den bekannteren Mitgliedern der Gruppe, die nach eigenen Angaben 4.300 Mitglieder hat, gehört der frühere Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen.

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Der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, kritisierte die Spende von Mitsch an die AfD. Er sagte:

Offenbar hat die CDU ein Problem mit Rechtsradikalen in den eigenen Reihen, um das sich die Verantwortlichen zügig kümmern sollten."

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer schrieb auf Twitter:

Die Loyalität der sogenannten WerteUnion gilt nicht CDU und CSU. Es wundert überhaupt nicht und ist sogar konsequent, dass Herr Mitsch mindestens 2x an die rechtsradikale AfD spendete."

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(rt/dpa)