Deutschland

Mehrheit der Deutschen misstraut USA und lehnt weiteres deutsches Militärengagement ab

Entgegen der engen transatlantischen Orientierung der deutschen Eliten misstraut eine Mehrheit der Deutschen den USA in Sicherheitsfragen. Zudem lehnen die meisten Deutschen auch den Wunsch der Bundesverteidigungsministerin ab, sich weltweit mehr militärisch zu engagieren.
Mehrheit der Deutschen misstraut USA und lehnt weiteres deutsches Militärengagement abQuelle: www.globallookpress.com © Jens Kalaene/ZB

Einer aktuellen Umfrage zufolge glauben drei Viertel der Deutschen, dass die USA und Deutschland auseinanderdriften. Gegen diese Äußerung widersprachen nur acht Prozent. Im Jahr 2000 antworteten auf dieselbe Frage hingegen nur 30 Prozent mit "Ja", eine klare relative Mehrheit sprach sich gegen die Feststellung aus. Die Umfrage wurde im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt.

Zwischen 2003 und diesem Jahr sank der Anteil derjenigen, die das beste Mittel für die Sicherung von Deutschlands Sicherheit in einer stärkeren Zusammenarbeit mit den USA sahen, von 38 auf 25 Prozent. Die Zahl jener, die meinen, Deutschland müsse seinen Rüstungshaushalt erheblich ausweiten, stieg im selben Zeitraum von zehn auf 23 Prozent.

Zwei Drittel der Befragten in der aktuellen Umfrage stimmten der Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu, dass Europa sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen müsse. 62 Prozent äußerten, dass sie es wichtig fänden, die Europäische Union als "echtes Gegengewicht" zu den Vereinigten Staaten zu etablieren. Nur zwölf Prozent der Befragten sprachen sich dagegen aus. Allerdings gaben nur 33 Prozent an, der EU diesen Schritt auch wirklich zuzutrauen. 40 Prozent äußerten dagegen ihre Skepsis. Nur fünf Prozent meinten, dass die EU bereits ein derartiges Gegengewicht darstellt.

Auf die Frage, ob sich Deutschland, wie es Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wünscht, mehr militärisch engagieren sollte, antworteten 60 Prozent mit "Nein". Nur 20 Prozent bejahten diese Frage.

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