Deutschland

Tödlicher Stoß vor U-Bahn: 2019 gab es in Berlin bereits 85 "Personen im Gleis"

In der Nacht zum Mittwoch wurde ein Mann im Zuge eines Streits auf die Berliner U-Bahn-Gleise gestoßen und kam dabei ums Leben. Dieses Jahr gab es bereits 85 "Personen im Gleis". Der Einbau von Bahnsteigtüren für mehr Sicherheit ist laut BVG schwierig und würde 30 Jahre dauern.
Tödlicher Stoß vor U-Bahn: 2019 gab es in Berlin bereits 85 "Personen im Gleis"Quelle: Reuters © Hannibal Hanschke

Die Aufnahmen der Videoüberwachung vom Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg, auf denen zu sehen ist, wie bei einem Streit in der Nacht auf Mittwoch ein Mann auf die Gleise gestoßen und von der U-Bahn überrollt wird, will die Berliner Polizei nicht veröffentlichen. Die Aufnahmen würden noch ausgewertet.

Der oder die Täter sind noch flüchtig. Möglicherweise ging es dabei um einen Streit im Drogenmilieu. Bei dem Toten handelt es sich um einen 30 Jahre alten Iraner.

Dieser soll dazwischengegangen sein, als zwei Männer versucht hatten, einen Rollstuhlfahrer zu berauben. Der Todesfall löst eine Diskussion um die Sicherheit in der Berliner U-Bahn aus. 

Laut BVG-Sprecherin Petra Nelken gegenüber rbb24 gab es in diesem Jahr bereits 85 "Personen im Gleis", 2016 noch waren es nur 40 Fälle im ganzen Jahr. Es sind zumeist Obdachlose, die auf dem Gleisbett nach Lebensmitteln und Zigarettenkippen suchen, aber auch Menschen, die ihr Handy fallen lassen und hinterherspringen. Ebenso werden Suizidversuche erfasst. Die gestiegenen Zahlen führt die BVG auf die steigende Zahl der Fahrgäste zurück.

Sicherheitstüren, wie in anderen Ländern üblich, die ein Fallen auf die Gleise unmöglich machen, können jedoch in Berlin nicht so leicht installiert werden. Dafür bräuchten die Berliner Verkehrsbetriebe bis zu 30 Jahre Vorlauf. Alle Zugbestände müssten ausgetauscht und auf Züge mit gleichen Türabständen umgerüstet werden. Bei der U-Bahn werden bislang zu viele verschiedene Zugtypen eingesetzt. 

 

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