Deutschland

Prozess gegen mutmaßliche IS-Anhängerin Jennifer W. in München: Gewaltmaterial auf Handy entdeckt

Jennifer W. soll IS-Mitglied gewesen und für den Tod eines jesidischen Mädchens verantwortlich sein. In München steht sie vor Gericht. Nun tauchte kompromittierendes Handy-Material auf. Darin sind Verbrechen des IS zu sehen. Ihr Ehemann wurde in Griechenland verhaftet.
Prozess gegen mutmaßliche IS-Anhängerin Jennifer W. in München: Gewaltmaterial auf Handy entdecktQuelle: Reuters

Enthauptungen, eine Anleitung zum Bombenbau – das auf dem Handy, der in München angeklagten Jennifer W., gefundene Video- und Bildmaterial erhärtet die Vorwürfe gegen die 28 Jahre alte Frau.

Ihr wird vorgeworfen, im Irak IS-Mitglied gewesen zu sein. Angeklagt ist sie neben der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland auch wegen Mordes durch Unterlassen und Kriegsverbrechen. Die Angeklagte stammt ursprünglich aus Niedersachsen und hat eine Tochter. 

Im Irak hielten sie und ihr Mann ein erst fünf Jahre altes Mädchen und deren Mutter als Sklavinnen. Da das Mädchen nachts eine Matratze beschmutzt hatte, kettete der Ehemann von Jennifer W., Tahan A., die Fünfjährige zur Bestrafung draußen an, ohne Sonnenschutz. Das Mädchen verdurstete. Die Mutter überlebte die Gefangenschaft und machte möglich, dass Jennifer W. vor Gericht angeklagt wird. Der Fall erhielt hohe mediale Aufmerksamkeit, da es der erste seiner Art ist, der in Deutschland das Verbrechen gegen die Minderheit der Jesiden durch die Terrororganisation IS deutlich macht.  

Tahan A. wurde nun in Griechenland verhaftet und wird voraussichtlich den deutschen Behörden überstellt. Er ist irakischer Staatsbürger. Der IS verschleppte und versklavte Tausende jesidischer Frauen. Viele wurden zu Sex-Sklavinnen der IS-Kämpfer. Die jesidischen Männer wurden ermordet. In Deutschland leben rund 200.000 Jesidinnen und Jesiden. 

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team