Deutschland

Geschlossene Kitas und Großkundgebungen: Warnstreiks in mehreren deutschen Bundesländern

Die Gewerkschaft Verdi hat erneut die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Eltern von Kita- und Schulkindern, Patienten und viele andere Bürger bekommen ab diesem Dienstag die Warnstreiks zu spüren.
Geschlossene Kitas und Großkundgebungen: Warnstreiks in mehreren deutschen BundesländernQuelle: www.globallookpress.com

In Berlin sind Erzieher, Lehrer und Sozialarbeiter zu einem zweitägigen Ausstand aufgerufen, viele Kitas sollen geschlossen bleiben. In vielen Schulhorten wird nur Notbetreuung angeboten.

Ganztägige Warnstreiks und zentrale Kundgebungen finden auch in Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Nordrhein-Westfalen, im Saarland, in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern statt, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte.

Bestreikt werden unter anderem auch Verwaltungen, Straßenbaumeistereien, Bibliotheken, Unikliniken, Hochschulen und Studierendenwerke sowie Berufsschulen. In Baden-Württemberg werden am Dienstag vor allem die Psychiatrien des Landes bestreikt.

Große Demonstrationen und Kundgebungen finden am Dienstag in Düsseldorf, München und Saarbrücken statt. Bei einer zentralen Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf wollen Verdi-Chef Frank Bsirske und der Bundesvorsitzende des Beamtenbundes dbb, Ulrich Silberbach, sprechen.

Forderung: Mindestens 200 Euro mehr Gehalt pro Monat

Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst der Länder. An diesem Donnerstag kommen die Gewerkschaften und die Vertreter der Länder in Potsdam zu einer dritten Verhandlungsrunde der Tarifpartner zusammen. Ein Durchbruch am Wochenende gilt als möglich.

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Die Gewerkschaften wollen auch eine Aufstockung um 300 Euro in der Gehaltstabelle für die Krankenpflege. 100 Euro mehr pro Monat soll es für Azubis und Praktikanten geben.

Verhandelt wird laut dbb für eine Million Tarifbeschäftigte aller Länder außer Hessen, das eigene Tarifverhandlungen führt. Übertragen werden soll der Abschluss auf rund 2,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger.

Bereits am Montag legten Tausende Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes in Hamburg und Schleswig-Holstein ihre Arbeit nieder. In Hamburg folgten 4.000 und in Schleswig-Holstein 1.800 Angestellte dem Aufruf von Verdi.

(dpa/rt deutsch)