Deutschland

Bundespressekonferenz: Beredtes Schweigen zum Haushaltsloch

Manchmal kann man als Teilnehmer der Bundespressekonferenz die Sprecher der Regierung auch einfach nur bemitleiden. So zum Beispiel am Montag, als eine in die Enge getriebene Sprecherin des Finanzministeriums die immer gleichen Plattitüden bemühte.
Bundespressekonferenz: Beredtes Schweigen zum Haushaltsloch© RT

Sprecher der Bundesregierung arbeiten häufig mit vorher zurechtgelegten Antworten und hoffen, damit jede unangenehme Situation überstehen zu können. Denn manchmal - und das muss man ihnen zugestehen - dürfen sie auch nicht alles sagen, was sie gerne sagen würden oder könnten. Dann ziehen sie sich auf die immer gleichen Auskünfte zurück. Wenn man dann weiter nachbohrt, klingen die Äußerungen zunehmend wie hohle Phrasen. Dieses gar nicht so seltene Schauspiel konnte man am Montag wieder beobachten, als eine Sprecherin mit den Verlautbarungen ihres Vorgesetzten konfrontiert wurde, aber selbst keine Befugnis hatte, mehr darüber zu sagen.

Finanzminister Olaf Scholz sagte in einem Bild-Interview, es würde sich ein Loch im jeweiligen Haushalt der kommenden Jahre über etwa 25 Milliarden Euro auftun. Da die Sprecherin natürlich keine Ermächtigung hat, dies zu kommentieren, musste sie auf trockene und ungelenke Art versuchen, den Satz "Dazu kann ich mich nicht äußern" zu umschreiben. Schauen Sie einfach selbst.

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