Deutschland

Shitstorm gegen SPD-Staatssekretärin Sawsan Chebli: Dürfen Sozialdemokraten Rolex tragen?

Wegen eines vier Jahre alten Bildes wird die SPD-Staatssekretärin in den sozialen Medien kritisiert. Auf diesem ist sie mit einer Rolex-Armbanduhr zu sehen. Sawsan Chebli wehrt sich mit Hinweisen auf ihre schwere Kindheit in Berlin.
Shitstorm gegen SPD-Staatssekretärin Sawsan Chebli: Dürfen Sozialdemokraten Rolex tragen? Quelle: Reuters © Satish Kumar

Die 40 Jahre alte Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, Sawsan Chebli (SPD), muss sich gegen Kritik wehren, weil ein vier Jahre altes Bild sie mit einer Armbanduhr der Luxus-Marke Rolex zeigt.

Sie wehrt sich auf Twitter mit dem Hinweis auf ihre schwere und von Armut geprägte Kindheit in Berlin : 

Wer von Euch Hatern (Hassern) hat mit 12 Geschwistern in 2 Zimmern gewohnt, auf dem Boden geschlafen und gegessen, am Wochenende Holz gehackt, weil Kohle zu teuer war? Wer musste Monate für Holzbuntstifte warten? Mir sagt keiner, was Armut ist. 

In Kommentaren der sozialen Medien wurde im Zuge der Diskussion der Hashtag #rolexgate geschaffen. Die Angriffe gegen Chebli seien ein Zeichen der deutschen Neidkultur. Gegen Chebli äußerten sich Twitter-Nutzer rassistisch und sexistisch. Andere nahmen die SPD-Politikerin in Schutz: 

Chebli wurde in Berlin geboren, ihre Familie ist palästinensischen Ursprungs. Sie kam 1970 nach Deutschland. 1993 erhielt Chebli die deutsche Staatsbürgerschaft. An der Freien Universität Berlin studierte sie Politikwissenschaft.

2014 wurde sie die als erste Muslimin im Auswärtigen Amt stellvertretende Sprecherin. Ihr jetziges Amt trat sie Ende 2016 an. Zu Kritik führte ihre Aussage im Bezug auf die Scharia: 

(Die Scharia) regelt zum größten Teil das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen. Es geht um Dinge wie das Gebet, um Fasten, um Almosen. Das stellt mich als Demokratin doch vor kein Problem im Alltag, sondern ist absolut kompatibel, wie es für Christen, Juden und andere auch der Fall ist. 

Von Muslimen in Deutschland forderte sie mehr Engagement gegen Antisemitismus. Der SPD-Vorschlag, sie zur Antisemitismusbeauftragten zu ernennen, wurde von jüdischen Organisation kritisiert und letztlich nicht realisiert. 

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