
Shitstorm gegen SPD-Staatssekretärin Sawsan Chebli: Dürfen Sozialdemokraten Rolex tragen?
Die 40 Jahre alte Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, Sawsan Chebli (SPD), muss sich gegen Kritik wehren, weil ein vier Jahre altes Bild sie mit einer Armbanduhr der Luxus-Marke Rolex zeigt.
Sie wehrt sich auf Twitter mit dem Hinweis auf ihre schwere und von Armut geprägte Kindheit in Berlin :
Wer von Euch Hatern (Hassern) hat mit 12 Geschwistern in 2 Zimmern gewohnt, auf dem Boden geschlafen und gegessen, am Wochenende Holz gehackt, weil Kohle zu teuer war? Wer musste Monate für Holzbuntstifte warten? Mir sagt keiner, was Armut ist.
In Kommentaren der sozialen Medien wurde im Zuge der Diskussion der Hashtag #rolexgate geschaffen. Die Angriffe gegen Chebli seien ein Zeichen der deutschen Neidkultur. Gegen Chebli äußerten sich Twitter-Nutzer rassistisch und sexistisch. Andere nahmen die SPD-Politikerin in Schutz:
Das schwächste aller Argumente: @SawsanChebli hat Stil. pic.twitter.com/8qqvUT2woN
— Martin Niewendick (@Echtzeitreise) October 19, 2018
#SawsanChebli#Rolex#Cartier Es darf ruhig mehr als eine sein. pic.twitter.com/SRFns51yN5
— 😳 (@sed_ubi_est) October 21, 2018
Trägt keine #Rolex- hat also das Zeug, umgehend Kanzler zu werden.#rolexgate#SawsanChebli#GoodNeidGermanypic.twitter.com/KUN6KYxLov
— Micky Beisenherz (@MickyBeisenherz) October 21, 2018
#Rolexgate? Das kann doch nur ein typisch deutscher Hashtag sein ...
— Rico W. 🇪🇺 (@dd_rico) October 20, 2018
Der "#Rolexgate" ist vor allem eins: Eine Mischung aus Sexismus, Hass auf Menschen mit Migrationserfahrung und Neid.Etwas, dass @SawsanChebli übrigens jeden Tag ertragen muss - jeden Tag.Um dagegen zu halten tuen Fakten und Ideen von anderen gut: https://t.co/ifjM6ZKMdH@crackr
— Robert Pietsch (@ropietsch) October 22, 2018
Warum #SawsanChebli wirklich angegriffen wird:1. Frau. Wenn Frauen sich etwas gönnen, ist es Protz, Verschwendung, Bestechung.Kurz: Sexismus.2. Migrantenkind. Wenn Migranten erfolgreich sind, ist das Provokation, Bereicherung auf Kosten echter Deutscher.Kurz: Rassismus.
— Tarek Baé (@TarekBae) October 22, 2018
Chebli wurde in Berlin geboren, ihre Familie ist palästinensischen Ursprungs. Sie kam 1970 nach Deutschland. 1993 erhielt Chebli die deutsche Staatsbürgerschaft. An der Freien Universität Berlin studierte sie Politikwissenschaft.

2014 wurde sie die als erste Muslimin im Auswärtigen Amt stellvertretende Sprecherin. Ihr jetziges Amt trat sie Ende 2016 an. Zu Kritik führte ihre Aussage im Bezug auf die Scharia:
(Die Scharia) regelt zum größten Teil das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen. Es geht um Dinge wie das Gebet, um Fasten, um Almosen. Das stellt mich als Demokratin doch vor kein Problem im Alltag, sondern ist absolut kompatibel, wie es für Christen, Juden und andere auch der Fall ist.
Von Muslimen in Deutschland forderte sie mehr Engagement gegen Antisemitismus. Der SPD-Vorschlag, sie zur Antisemitismusbeauftragten zu ernennen, wurde von jüdischen Organisation kritisiert und letztlich nicht realisiert.
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