Deutschland

Berlin: 800 Millionen Euro Kosten für jahrelange Philharmonie-Sanierung

Laut Medienberichten plant der Berliner Senat über einen Zeitraum von acht Jahren eine umfängliche und kostenintensive Sanierung der Philharmonie. Das Orchester könnte für diese Phase in den Flughafen Tempelhof umziehen. Dafür sind weitere rund 350 Millionen Euro veranschlagt.
Berlin: 800 Millionen Euro Kosten für jahrelange Philharmonie-Sanierung© Urheberrechtlich geschützt

Die Philharmonie von Architekt Hans Scharoun in Berlin wurde im Jahr 1963 eröffnet. Seither gab es noch keine grundsätzliche Instandsetzung des international renommierten Hauses. Dies scheint sich nun für die Berliner Steuerzahler zu einer kostenintensiven Belastung zu entwickeln. Laut Medieninformationen ergab eine "Machbarkeitsstudie" seitens des Orchesters die anvisierte Sanierungssumme von 800 Millionen Euro, dies im geplanten Zeitraum von 2032 bis zum Jahr 2040.

Der Bau entstand unmittelbar in der Nähe der Berliner Mauer am Potsdamer Platz, unmittelbar am Tiergarten. Beim Richtfest am 1. Dezember 1961 war die Mauer erst wenige Monate alt. Die Philharmonie steht heute unter Denkmalschutz und gehört zum neu geschaffenen Ensemble des Kulturforums Berlin, zusammen mit der Neuen Nationalgalerie, der Gemäldegalerie und weiteren Einrichtungen.

Der rbb berichtet, dass das Konzerthaus voraussichtlich ab 2032 saniert werden soll, um dann mindestens bis zum Jahr 2040 geschlossen zu bleiben. Das Orchester bräuchte daher für mehrere Jahre eine passende Ausweichspielstätte. Dazu heißt es:

"Laut Orchester würde sich der frühere Flughafen Tempelhof eignen. Dafür sind rund 350 Millionen Euro veranschlagt. Die Gesamtkosten für das Sanierungsprojekt sind daher in der Studie mit etwa 1,15 Milliarden Euro angesetzt."

Die Finanzierungsstudie sieht laut Medienberichten unter anderem notwendige Investitionen in den Großen Saal über rund 430 Millionen Euro und für den Kammermusiksaal für rund 300 Millionen Euro vor. 

"Veraltete Kabelanlagen, Mängel beim Brandschutz sowie Probleme mit der Klimatechnik und den Sanitäranlagen" würden aktuell das Gebäude belasten. Ohne eine aufwendige Sanierung könne der tägliche Veranstaltungsbetrieb "ab spätestens 2032 oder 2033 nicht mehr störungsfrei gewährleistet werden", teilte das Orchester mit.

Die Gesamtfinanzierung ist dabei noch nicht final gesichert. Der Bund sagte über den sogenannten "Hauptstadtfinanzierungsvertrag" bis zu 225 Millionen Euro zu. Im Investitionshaushalt des Landes Berlin seien rund 350 Millionen Euro vorgesehen, so die Intendantin Andrea Zietzschmann gegenüber dem rbb. Damit "komme man in Richtung 600 Millionen Euro" und damit sei "ein sehr guter Anfang gemacht". Sie wünsche sich nun "grundsätzlich eine schnelle Entscheidung der nächsten Berliner Landesregierung".

Die Berliner Philharmoniker sind mit ihrem aktuellen Chefdirigenten Kirill Petrenko eines der weltweit anerkannten Spitzenorchester. Ihr Konzerthaus in der Nähe des Potsdamer Platzes ist eines der bekanntesten, ikonischen Gebäude der Hauptstadt.

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