
Versuchter Sprengstoffanschlag auf Brandenburger Umspannwerk

Nach dpa-Meldung wurde in Brandenburg, im Umspannwerk in Turnow-Preilack, eine Sprengvorrichtung entdeckt. Laut Märkischer Oderzeitung soll es sich um "mehrere Vorrichtungen für mit Sprengstoff bestückte Raketen" handeln. Die Vorrichtung ist inzwischen entschärft.
Das weckt sofort Erinnerungen an den Anschlag auf die Berliner Stromversorgung vom Januar diesen Jahres, als ein Brandanschlag radikaler "Klimaschützer" einen Berliner Stadtbezirk für mehrere Tage in Dunkelheit stürzte. Ähnliche Anschläge gab es auch in anderen Gegenden Deutschlands, ebenso auf die Bahn. Allerdings - bisher liegt noch keines der üblichen Bekennerschreiben vor.

Die Märkische Oderzeitung äußerte auch eine Vermutung, die den Verdacht einer "Klimaaktion" verstärken könnte: Das Umspannwerk liegt in der Nähe des Kohlekraftwerks Jänschwalde. Ziel des Anschlags sei ein großflächiger Stromausfall dieses Kraftwerks gewesen.
Jänschwalde, einst mit sechs Blöcken eines der größten Kraftwerke der DDR, trägt immer noch einen bedeutenden Teil zur Stromversorgung der Umgebung bei, obwohl nur noch die Hälfte der Blöcke in Betrieb ist. Das erst 1989 fertiggestellte Kraftwerk soll 2028 im Rahmen des Kohleausstiegs abgeschaltet werden.
Die Vorrichtung wurde um acht Uhr morgens entdeckt. Sie soll aus selbstgebauten, mit Sprengstoff gefüllten Raketen bestückt gewesen sein, von denen mehrere auch gezündet wurden, allerdings nur leichte Sachbeschädigung an einigen Leitungen auslösten. Zu einem Stromausfall kam es nicht. Der Netzbetreiber 50Hertz erklärte, es habe eine "kurzzeitige Leitungsunterbrechung" gegeben, aber die allgemeine Stromversorgung sei nicht beeinträchtigt. Man arbeite "eng mit den zuständigen Sicherheitsbehörden zusammen."
Das ist in diesem Fall das Landeskriminalamt Brandenburg, das die Ermittlungen übernommen hat.
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