Deutschland

Zugverkehr in NRW gestört – Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg

Bahnfahrer in Nordrhein-Westfalen müssen heute Geduld aufbringen. Aufgrund einer Bombenentschärfung in Oberhausen kommt es zu Einschränkungen bei mehreren Zugverbindungen. Der Kampfmittelräumdienst wird die Bombe im Laufe des Tages entschärfen.
Zugverkehr in NRW gestört – Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg

Der Zugverkehr rund um die nordrhein-westfälische Großstadt Oberhausen ist heute durch den Fund einer Fliegerbombe im Bereich Grafenbusch stark beeinträchtigt. Laut Auskunft der Stadt Oberhausen sind dabei folgende Bahnverbindungen betroffen: der RE 19 Arnheim/Düsseldorf; der RE 49 Wesel/Langenberg; der RE 5 Koblenz/Wesel; der RE 44 Moers/Bottrop und die ICEs 220 und 225 von und nach Amsterdam.

Zuginfo NRW  zufolge betrifft die Sperrung der Strecke zwischen Oberhausen-Sterkrade und Oberhausen Hbf. Die Bahn hält die Züge an geeigneten Bahnhöfen zurück, ein Ersatzverkehr ist eingerichtet. Die Störungen im Zugverkehr könnten sich allerdings hinziehen, denn die Behörden verlegten die geplante Bombenentschärfung von 10 Uhr auf 13 Uhr.

Bei dem Blindgänger handelt es sich um eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Bauarbeiter hatten sie während ihrer Arbeit im Erdreich entdeckt. Dem Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf obliegt nun die Beseitigung der gefährlichen Altlasten.

Im Gegensatz zu den Zugreisenden sind in der Ruhrgebietsstadt Oberhausen selbst nicht allzu viele Menschen von der Sperrung betroffen. Die Evakuierung aus der 300-Meter-Gefahrenzone in dem dünn besiedelten Gebiet betrifft der Stadt zufolge nur 37 Anwohner. Wann sie in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren können, ist ebenfalls noch unklar.

Vom Kaiserreich bis zum Jahr 1945 galt das Ruhrgebiet als "Waffenschmiede des Reiches". Im Zweiten Weltkrieg bombardierten Briten und US-Amerikaner die Region wegen der dort angesiedelten Schwerindustrie und Rüstungsfirmen besonders stark.

Ein Teil der abgeworfenen Bomben ist damals nicht explodiert und wurde in der Nachkriegszeit nicht entdeckt. Sie sind jedoch nach wie vor gefährlich, da der darin enthaltene Sprengstoff immer noch voll wirksam ist, während Metallhüllen und Zünder allmählich durchrosten. Die Blindgänger sind durch den Verfall also eher noch gefährlicher und müssen – sofern man sie entdeckt – durch Entschärfung unschädlich gemacht werden.

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