Deutschland

McKinsey: In Deutschland liegen die Investitionen bei null

So wird das nichts mit Innovation und Wettbewerbsfähigkeit: Auch nach einer neuen Studie von McKinsey gibt es vor allem etwas, das es in Deutschland nicht gibt: Investitionen. Jedenfalls nicht in dem Maß, das nötig wäre, um auch nur in einem Bereich auf die Höhe der Zeit zu kommen.
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Eine neue Studie von McKinsey bestätigt wieder einmal, dass Deutschland an einem wichtigen Punkt stillsteht: bei den Nettoinvestitionen. China investiere, so in dem Bericht zu lesen, jährlich 5,9 Billionen US-Dollar in Produktionsanlagen, die gesamten 27 Mitgliedsländer der EU nur 3,1 Billionen und Deutschland – so gut wie nichts.

"Die Nettoinvestitionen", so das Fazit, "reichen kaum noch aus, um den bestehenden Kapitalstock zu erneuern". Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt sieht das Verhältnis nicht besser aus: China investiert 23 Prozent des BIP, die USA noch 4 Prozent, die EU 2 und Deutschland? 0,0.

Dabei wird durch diese Zahl das Problem eher heruntergespielt, denn auch wenn "Nettoinvestition" sich auf jenen Betrag bezieht, um den die Investitionen die Abschreibungen überschreiten, die die Abnutzung wiedergeben sollen, also Nettoinvestitionen von Null immer noch vermeintlich das Vorhandene zumindest erhalten – ganz abgesehen von beträchtlichen Preissteigerungen in manchen Bereichen, wie gerade in der Bauwirtschaft –, bedeutet Innovation in industrieller Produktion in der Regel Investitionen, die die Abschreibung deutlich übersteigen. Eine grundsätzliche Modernisierung einer Produktion erfordert oft eine ganze neue Ausrüstung mit unter Umständen völlig anders gearteten Maschinen, wie das etwa bei der Einführung des Fließbands oder mit Beginn der Verwendung von Industrierobotern der Fall war.

Im Jahr 2008 betrugen die Nettoinvestitionen in Deutschland noch zwei Prozent des BIP. Allerdings konnte man zum damaligen Zustand bereits sagen, dass die interne Abwertung, die vor allem über Hartz IV geschehen war, den Innovationsdruck von der deutschen Exportwirtschaft nahm und die vorhandenen Kapazitäten eher genutzt wurden, um den Nachbarländern Märkte abzunehmen.

McKinsey sieht vor allem die hohen Löhne in Deutschland als Bremse. "Den wohl größten Einfluss haben die Arbeitskosten, wenn sie nicht durch eine höhere Arbeitsproduktivität ausgeglichen werden". In der deutschen Automobilindustrie seien die Löhne doppelt so hoch wie in China.

Allerdings wirken sich hier noch andere Faktoren aus. Zum einen steht die Entwicklung der Arbeitsproduktivität in einem engen Zusammenhang mit tatsächlich innovativen Investitionen, sprich: Sobald nichts in neue Technologien investiert wird, bleibt die Produktivität stehen, und zum anderen täuscht das Zahlenverhältnis zwischen chinesischen und deutschen Löhnen. Sobald man die Immobilienpreise einbezieht, genauer gesagt die Frage, ob sich gewöhnliche Mitarbeiter Wohnungen oder Häuser leisten können, schrumpft der Vorsprung der deutschen Löhne gewaltig.

Dazu kommen allerdings auch nach Ansicht von McKinsey hohe Energiekosten, lange Entwicklungszeiten und viel Bürokratie. Das Resultat?

"In Deutschland sind über den gesamten Produktionszyklus hinweg die Kosten für neue Investitionsvorhaben je nach Branche um 40 bis 250 Prozent höher als am jeweils wettbewerbsfähigsten Standort."

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