Deutschland

AfD schließt Hitler-Imitator Alexander Eichwald aus

Ende November hatte sich der Künstler Alexander Eichwald noch im Hitler-Duktus für ein Parteiamt in der neu gegründeten Jugendorganisation der AfD beworben. Nun zog die AfD Konsequenzen und warf das problematische Mitglied hinaus.
AfD schließt Hitler-Imitator Alexander Eichwald aus© urheberrechtlich geschützt

Wer sich mit der deutschen Parteienlandschaft auskennt, weiß: Parteiausschlussverfahren können sich hinziehen. Sie müssen schriftlich begründet werden und der Ausschlusskandidat kann dagegen Einspruch erheben. Insofern war nicht zu erwarten, dass der bizarre Auftritt von Alexander Eichwald beim Gründungskongress der AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland" einen sofortigen Ausschluss zur Folge haben würde.

Zur Erinnerung: Beim Kongress der AfD-Parteijugend Ende November vergangenen Jahres in Gießen hatte sich Eichwald um ein Amt im Vorstand der neu gegründeten Organisation beworben. Seine Bewerbungsrede wirkte auf die Mehrheit der Anwesenden befremdlich: Das stark gerollte R, der düstere Gesichtsausdruck, der aggressive Ton und nicht zuletzt herabwürdigende Formulierungen wie ein geringschätziger Tiervergleich erinnerten viele an den Stil nationalsozialistischer Reden.

Die Zuhörer fragten sich noch während des Auftritts, ob es sich um eine Spaßaktion eines Satirikers oder um einen V-Mann des Verfassungsschutzes handelte. Die Abstimmung über den Vorstandsposten verlor Eichwald mit 12,28 Prozent der Stimmen krachend.

Gegenüber der Presse beteuerte Eichwald damals, er sei weder Satiriker noch V-Mann. Seine Rede habe er als Gesellschaftskritik konzipiert. Mit seinem Stil habe er sich an die Jugend der AfD anpassen wollen. Das Rollen des R-Lauts erklärte er mit seiner russlanddeutschen Herkunft. Anlass für seinen Auftritt sei seine Empörung über Alice Weidels Behauptung, Hitler und Stalin seien "Brüder im Geiste" gewesen – für ihn "eine ekelhafte und eklatante Relativierung des Vernichtungskrieges gegen die Slawen".

In einem Interview mit dem österreichischen Standard forderte Eichwald: "Wir müssen in Deutschland darüber reden, dass ich Dinge geäußert habe, die viele hinter verschlossenen Türen oder hinter vorgehaltener Hand, am Stammtisch und in der AfD sagen."

Im Anschluss an die Rede deutete der Co-Parteivorsitzende Tino Chrupalla an, der erst im Oktober 2025 der AfD beigetretene Eichwald werde nicht mehr lange AfD-Mitglied sein: "Mit dem Inhalt sowie der Art und Weise seines Bewerbungsvortrags hat sich Alexander Eichwald von den Grundsätzen der Partei distanziert. Der Bundesvorstand missbilligt das ausdrücklich und sieht sich daher veranlasst, eine Prüfung seiner Daten und Mitgliedsrechte vorzunehmen." Er lege ihm nahe, selbst aus der Partei auszutreten. Eichwald werde auf alle Fälle kein Mitglied der Partei bleiben.

Tatsächlich folgten die Konsequenzen auf dem Fuß: Die AfD-Fraktion des Herforder Stadtrats entfernte Eichwald sofort aus seiner Stellung als sogenannter "Sachkundiger Bürger". Im neuen Jahr stellte dann sein ostwestfälischer Kreisverband einen Antrag auf Parteiausschluss. Begründung: Eichwald sei im Jahr 2019 Praktikant im Herforder Gleichstellungsbüro gewesen. Hauptvorwurf war jedoch die Gießener Rede: Das gerollte R, die Gestik im Stile Hitlers, sogar die Andeutung eines Hitler-Grußes wirft der Kreisverband Eichwald vor. Vorwürfe, zu denen Eichwald in einer 25-seitigen Erwiderung Stellung nahm. So habe er beispielsweise keinesfalls einen Hitlergruß intendiert.

Argumente, die für das Landesschiedsgericht der nordrhein-westfälischen AfD nicht zählten. Es bekräftigte nun die Entscheidung des Landesvorstands, dem 31-Jährigen die Mitgliedsrechte zu entziehen. Eichwald selbst war zu der Verhandlung nicht erschienen.

Noch ist es nicht sicher, dass die AfD ihr unerwünschtes Mitglied auf Dauer los ist. Denn wiederum im Standard erklärte Eichwald, er werde seinen Rauswurf nicht akzeptieren und bis zum Bundesschiedsgericht der AfD gehen: "Ich werde gegen diesen vermeintlichen Schauprozess Berufung einlegen. Wir sehen uns in Berlin." Ähnliches hatte er bereits in zwei Videos angekündigt, die vergangene Woche auf YouTube veröffentlicht wurden: In diesen Videos rechnete er mit der AfD ab.

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