Deutschland

Ostermärsche 2026 – Trotz Aufrüstung und drohendem Weltkrieg weiterhin keine Massenbewegung

Auch in diesem Jahr finden die traditionellen Ostermärsche statt. Angesichts der derzeitigen Zuspitzung und zahlreicher Reizthemen wie Wehrpflicht, Aufrüstung und sogar genehmigungspflichtigen Auslandsaufenthalten aller deutschen Männer fällt die Beteiligung mager aus: 3.000 Teilnehmer in Stuttgart, 1.600 in Berlin und maximal dreistellige Zahlen überall sonst.

In über 70 Städten in Deutschland fanden am Sonnabend die traditionellen Ostermärsche statt. Größere Kundgebungen gab es unter anderem in Berlin, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. Einer der Veranstalter – das Netzwerk Friedenskooperative – rechnete im Vorfeld bundesweit mit "mehreren Tausend" Teilnehmern.

In Stuttgart kamen nach Polizeiangaben rund 3.000 Menschen zusammen, in Berlin etwa 1.600. An anderen Orten waren es deutlich weniger, beispielsweise in Duisburg laut Polizei rund 300 Personen. 

Bis Ostermontag werden insgesamt rund 100 Märsche abgehalten, wobei der Sonnabend vor Ostern traditionell der Hauptaktionstag ist. Am Ostersonntag gibt es dagegen nur vereinzelte Veranstaltungen. Am Montag sind größere Demonstrationen für Frieden und Abrüstung unter anderem in Dresden und Hamburg angemeldet.

In Berlin stand der diesjährige Ostermarsch unter dem sperrigen Motto "Kriegstüchtig und siegfähig? Abbau des Sozialstaats? UN-Charta in den Müll? Nicht in unserem Namen!" Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) erinnerten aber mit einem Plakat auch an das Schicksal der in der Ukraine verfolgten Kommunistenbrüder Alexander und Michail Kononowitsch.

In Bonn forderte ebenfalls die DKP Solidarität mit dem durch Donald Trumps USA ausdrücklich bedrohten Kuba.

In München, wo ebenfalls eine Kundgebung mit mittelmäßigen Zahlen abgehalten wurde, lautete das Motto "Völkerrecht statt Faustrecht – Gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit!" 

Organisiert werden die Ostermärsche von wechselnden Koalitionen aus linken Parteien, Gewerkschaften, außerparlamentarischen Gruppen und Organisationen sowie unabhängigen Initiativen. Selten beteiligen sich auch christliche Gruppen daran. Von der Hochzeit der Ostermärsche in Deutschland, als sich Hunderttausende an ihnen beteiligten, ist man trotz mehrerer laufender Kriege, beschleunigter Aufrüstung, Reizthemen wie Wehrpflicht und der Gefahr unmittelbarer Kriegsbeteiligung Deutschlands weit entfernt.

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