
Wer wird Nachfolger von Kretschmann? Wahl zwischen Özdemir und Hagel in Baden-Württemberg

Bei den heutigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg kämpfen Cem Özdemir von den Grünen und Manuel Hagel von der CDU um das Amt des Ministerpräsidenten. Zuvor hatte der Grüne Winfried Kretschmann 15 Jahre in Stuttgart regiert. Umfragen zufolge, erwartet man im Wahlergebnis erneut ein Bündnis zwischen CDU und Grünen als Regierungskoalition im Ländle, berichtet N-TV am Sonntag.
Nach dem neuen Wahlrecht dürfen in Baden-Württemberg erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren an der Wahl teilnehmen. Als Erstwähler vermeldet das statistische Landesamt 650.000 Wahlberechtigte zwischen 16 und 22 Jahren. Insgesamt steige damit das Wählerpotenzial auf 7,7 Millionen Wähler.

Die Reformen betreffen auch neue Regeln bei der Mandatsverteilung: Jeder Wähler hat bei dieser Landtagswahl erstmals zwei Stimmen. Die Erststimme gilt der direkten Wahl eines Wahlkreiskandidaten und die Zweitstimme der Parteiwahl. Jede Partei stellt eine Landesliste mit Kandidaten auf, die von der Partei als potenzielle Abgeordnete für den Landtag ausgewählt wurden.
Nur im Bundesland Baden-Württemberg konnten die Grünen bislang einen Ministerpräsidenten stellen. Der aktuelle Kandidat Özdemir lag in Umfragen monatelang hinter Kretschmann. N-TV zufolge, holte er in den vergangenen Tagen auf und liegt nun mit der CDU mit 28 Prozent Zustimmung auf gleicher Höhe. Das habe die Forschungsgruppe Wahlen ermittelt. Die Christdemokraten hoffen mit Hagel auf ein Comeback als Regierungspartei in einem Bundesland, das sie bis zum Jahr 2011 durchgehend regierten.
Bei dieser Wahl sei die FDP erstmals in der Geschichte des Landes gefährdet, die 5-Prozent-Hürde nicht zu schaffen. In dem Fall würde sich die Zusammensetzung des Landtags komplett ändern. Gemäß letzten Umfragen sehe es aber so aus, als könnten sie den Einzug knapp schaffen.
Erstmals gebe es am Sonntag eine Chance für die Linke, ins baden-württembergische Parlament zu kommen. Der "Linken-Boom" werde getragen "von gesellschaftlicher Unzufriedenheit, wachsender sozialer Ungleichheit, der Wohnungsnot in vielen Städten – und der allgemeinen Proteststimmung im Land". Die Linke strebe keine Regierungsbeteiligung an, sondern wolle als "laute und unbequeme Opposition" in den Landtag ziehen. Laut Umfragen würde die AfD die stärkste Oppositionspartei werden. Mit ihr wolle in Baden-Württemberg jedoch keiner koalieren.
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