
Wochenlange SAP-Panne: Staatliche deutsche GIZ-Entwicklungshelfer können Rechnungen nicht bezahlen

Wie die Welt genüsslich berichtet, soll bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der deutschen, quasi-staatlichen Organisation für "Entwicklungszusammenarbeit" mit weltweit rund 25.000 Mitarbeitern, "seit Wochen" intern "Unruhe" herrschen. Der Grund: Die zum Jahreswechsel erfolgte Umstellung auf eine neue Version der verwendeten SAP-Software aus Deutschland sorgt für erhebliche Schwierigkeiten – und wochenlangen Zahlungsverzug des Bundesunternehmens. Sprich: Die GIZ, die in 90 Ländern Projekte für das Bundesentwicklungsministerium abwickelt, kann seit etwa zwei Monaten die Rechnungen externer Dienstleister nicht begleichen. (Un)möglich macht's das neue Programm SAP S/4HANA des Walldorfer Vorzeigeunternehmens für Geschäfts- und Finanzsoftware.

Wie es heißt, seien immerhin die Gehaltszahlungen an die eigenen Mitarbeiter sichergestellt. Doch weil die GIZ meist auf die Dienste externer Partner angewiesen ist, kommt es reihenweise zu gravierenden und peinlichen Problemen. Der "Frust" unter der GIZ-Belegeschaft sei hoch, wie die Welt aus internen Nachrichten der Mitarbeiter erfahren haben will.
So würde die GIZ seit Wochen immer wieder mit derselben Nachricht vertrösten:
"Wir bitten um Verständnis, dass der Übergang zu Verzögerungen bei der Verarbeitung von Zahlungen führen kann. Wir versuchen alles, die Unannehmlichkeiten für Sie zu minimieren."
Ein GIZ-Mitarbeiter habe sich intern über diese Praxis beschwert und diese als "einfach nicht gut genug" bezeichnet.
Eine andere Mitarbeiterin habe sich besorgt gezeigt, wenn es so weitergehe, würde die GIZ das Vertrauen der Geschäftspartner verspielen:
"Ich habe die Sorge, dass sie der GIZ nicht mehr trauen."
Nicht zu beneiden dürften die Mitarbeiter der GIZ-Finanzabteilung sein. Sie stünden an der "Frontlinie", stellte der interne Bericht martialisch fest. Und ein internationaler Mitarbeiter der deutschen Entwicklungsorganisation habe bemerkt, im Verkehr mit externen Dienstleistern und Beratern herrsche ein "peinliches Niveau".
Tatsächlich dürfte sich das Software-Problem als äußerst dringend darstellen. Laut der Springer-Zeitung hätten bereits erste Hotels die Vermietung von Tagungsräumen abgelehnt, weil sie einen Zahlungsausfall befürchten.
Beispielhaft nennt der Bericht die Stimmung bei GIZ-Partnern in afrikanischen Ländern. Dort lägen bereits die "Nerven blank". Zwar habe ein Sprecher der GIZ gegenüber der Welt versichert, die IT-Probleme im Zusammenhang mit ausstehenden Zahlungen seien bislang nicht sicherheitsrelevant. Doch in der GIZ-Belegschaft will man dieses Risiko offenbar nicht ausschließen.
Folgen der internen "Modernisierung" der GIZ
Aus der GIZ verlautete, die gegenwärtigen Schwierigkeiten hingen mit der laufenden Modernisierung der internen Strukturen und der Digitalisierung der Geschäftsprozesse zusammen. In vielen Anwendungsbereichen würde inzwischen die neue Software laufen. Der GIZ-Sprecher habe dazu erklärt:
"Uns ist bewusst, dass es bei der weltweiten Umstellung der Systeme zu Verzögerungen gekommen ist, insbesondere bei Beschaffung und Finanzierung. Das nehmen wir sehr ernst."
Die Entwicklungshilfeorganisation stehe mit vielen Projektpartnern wegen der Zahlungsprobleme in Kontakt, und man habe bereits vor der Software-Umstellung über die Einführung des neuen Systems informiert.
Dennoch übt sich die GIZ in Beschwichtigung. Grundsätzlich sei "weltweit" die Zahlungsfähigkeit sichergestellt. Die deutschen Entwicklungshelfer hoffen auf die Geduld ihrer internationalen Projektpartner:
"Derzeit kommt es jedoch zu Verzögerungen, die wir bedauern. Wir arbeiten unter Hochdruck daran. Und wir sind zuversichtlich, die Probleme schnellstmöglich zu lösen."
Nach GIZ-Angaben setzt die Organisation Projekte mit einem Gesamtwert von 22 Milliarden Euro um.
Dabei bildet ausgerechnet die "digitale Transformation" in Entwicklungsländern einen der Schwerpunktbereiche der GIZ-Tätigkeit. Die Welt zitiert in diesem Zusammenhang die Selbstdarstellung des staatlichen Dienstleisters: "Die GIZ begleitet Länder weltweit dabei, die digitale Transformation so zu gestalten, dass sie allen zugutekommt – fair, sicher, nachhaltig und mit Blick auf die Bedürfnisse der Menschen."
Erst im Januar 2026 hatte Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) einen Plan zur Reform der deutschen Entwicklungszusammenarbeit vorgestellt. Demzufolge will Berlin seinen Entwicklungseinsatz "strategischer" gestalten. Alabali Radovan:
"Wir können einfach nicht mal überall alles machen."
Man werde sich genau ansehen, wo "maximale Wirkung" und "echte Veränderung", eben "auch mit Blick auf sinkende Mittel" erzielt werden können.
Den internationalen Partnern der GIZ dürfte der aktuelle Eindruck von den deutschen "Reformen" genügen.
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