
Hauptbahnhof Leipzig nun der gefährlichste in Deutschland

Er galt bis jetzt als Deutschlands größter und (mit einiger Berechtigung) auch schönster Kopfbahnhof. Vor dem letzten Umbau zu einem "Einkaufszentrum mit Gleisanschluss" waren es rekordverdächtige 27 Gleise, die von einer riesigen und luftigen Glashalle überspannt werden, stadtseitig ein Empfangsgebäude aus dem Jahr 1915 mit einer ebenso weltweit rekordverdächtigen 300 Meter langen Fassade. Der Hauptbahnhof Leipzig.
Nun "eroberte" er sich einen weiteren ersten Spitzenplatz in Deutschland, allerdings einen, den man lieber nicht haben will: Wie mehrere regionale Medien übereinstimmend berichten, wurde er nach der aktuellen bundespolizeilichen Statistik zum gefährlichsten Bahnhof bundesweit.
Exkurs: Auf der Suche nach einer längeren Fassade ...
859 Körperverletzungen durch Schläge, Tritte oder Messerstiche, Raubüberfälle oder Nötigungen durch Gewalt erfassten die Behörden dort im Jahr 2025. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Auf dem zweiten Platz landete der Hauptbahnhof Dortmund mit 735, auf Platz drei der Berliner Hauptbahnhof mit 654 Gewaltdelikten.

Verhindern konnte dies nicht einmal das zeitweise Messerverbot, das vom 14. November bis zum 22. Dezember jeweils Freitag bis Sonntag in der Zeit von 15 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages galt. Gefährlich geworden ist offenbar auch für die Polizeibeamten selbst: Die Bundespolizei reagiert auf die Gewalt, indem sie den Bahnhof künftig mit Vierergruppen von Beamten bestreifen will.
Die Maßnahme gehört zu einem Sofortprogramm, das die Deutsche Bahn für 25 Stationen mit hohen Kriminalitätsraten aufgelegt hat. Dabei sollen Beamte der Landespolizei, der Bundespolizei sowie Angestellte des Stadtordnungsdienstes und der DB Sicherheit gemeinsam auf Streife gehen. Außerdem sollen mehr Überwachungskameras zum Einsatz kommen. Mehr Details will die Bahn am kommenden Donnerstag bekanntgeben.
Die sogenannten "Quattro-Streifen" sind bereits an den Hauptbahnhöfen Hamburg und Bremen im Einsatz. An beiden Bahnhöfen seien die Gewaltdelikte im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel zurückgegangen, resümierte das Bundesinnenministerium letztes Jahr.
Mehr zum Thema – Ministerium: Fast 2.000 Attacken auf Bundespolizisten im Jahr 2025
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