Deutschland

Nach Stromausfall in Berlin: Energieexpertin fordert Notstrom-Pflicht für Hausbesitzer

Krisen wie der Stromausfall in Berlin würden hierzulande viel zu selten geprobt, stellt die Energie-Ökonomin Claudia Kemfert fest. Das größte Problem im Umgang mit Krisen sei die mangelnde Prävention. Hausbesitzer müssten zur Notstromversorgung verpflichtet werden.
Nach Stromausfall in Berlin: Energieexpertin fordert Notstrom-Pflicht für Hausbesitzer© Urheberrechtlich geschützt

Die Energie-Ökonomin Claudia Kemfert erklärt, warum eine Notstromversorgung zumindest bei Neubauten eingerichtet werden müsse. Außerdem gehöre eine minimale Stromreserve zur Grundausstattung jedes Hauses. Das habe der Stromausfall Anfang Januar in Berlin gezeigt.

Im Videopodcast "Klimaklartext" der Frankfurter Rundschau (FR) kommentiert Kemfert am Montag die Versäumnisse beim Berliner Stromausfall und wie sich solche Szenarien aus ihrer Sicht zukünftig verhindern lassen. Die Schlüsselfrage bestehe in der Prävention, zitiert die FR die Expertin in einem Artikel vom Montag.  

Krisen sollten häufiger geprobt werden

Kemfert zufolge habe der Stromausfall in Berlin gezeigt, dass nicht ein unsicheres Stromnetz dafür verantwortlich sei. Das Problem sei die mangelnde Vorsorge. Krisen würden in Deutschland zu selten geprobt.

Deshalb fehle die Vorbereitung auf solche Situationen. Infolgedessen würden sich Stromausfälle "hochschaukeln". Dazu würde auch beitragen, dass bei Blackouts ja nicht nur die Stromversorgung ausfiele, sondern auch die Informationsversorgung.

Grundsätzlich sei es vor allem problematisch, dass Deutschland viel zu oft nur reaktiv handele. Das habe der Umgang mit der Corona-Pandemie gezeigt, das zeige der Umgang mit dem Klimawandel und das zeige auch der Umgang mit kritischer Infrastruktur. Anstatt nur zu reagieren, müsse man Vorbeugung betreiben. Kemfert betonte: "Was wir brauchen, ist Prävention!"

In Bezug auf die Vorbeugung bei Stromausfällen bedeute das eine ausreichende Versorgung mit Notstromeinrichtungen. Zum einen sollte Notstrom bei Neubauten zum Standard gehören. Und zum anderen könnte eine kleine Stromreserve zur Grundausstattung jedes Hauses gehören – so selbstverständlich wie der Rauchmelder.

Pflicht zur Notstromeinrichtung für Hausbesitzer

Auf Stromausfälle müssten sich nicht nur die Betreiber kritischer Infrastruktur vorbereiten. Eine Vorsorge gegen Stromausfälle müsste auch Gebäudebesitzer und Vermieter treffen. Dies dürfe keine freiwillige Aufgabe bleiben, sondern müsse als Pflicht eingeführt werden. In der heutigen Zeit gehörten Extremwetterlagen, Sabotage, Cyberangriffe und technische Störungen quasi zum Alltag – es handele sich nicht mehr um Ausnahmen.

Deshalb sei auch die Verpflichtung der Hausbesitzer zur Notstromversorgung "ein Ansatz, der an Dringlichkeit gewinne". Zudem gebe es laut Kemfert eine unschlagbar günstige Technik dafür: Solarenergie in Kombination mit Speichern. Diese schlug die Energie-Ökonomin als langfristige Lösung vor. Bei entsprechender Einrichtung könnten damit "ganze Quartiere im Ernstfall zumindest teilweise weiterlaufen". Mittels sogenannter Inselnetze könnten sich lokale Stromsysteme "im Ernstfall" vom großen Stromnetz abkoppeln.

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