
NRW: Vorschulklassen für Deutsch sollen den Unterricht retten

Ein Drittel der Grundschulkinder, so jüngst Landesschulministerin Dorothee Feller (CDU), kann in Nordrhein-Westfalen so schlecht Deutsch, dass sie dem Unterricht kaum folgen könnten. Die Konsequenz der Landesregierung: Kinder, die im Frühjahr bei der Einschulungsuntersuchung zu schlecht Deutsch sprechen, werden zunächst zum Deutschlernen in ein Vorschuljahr geschickt.
Dafür soll diese Einschulungsuntersuchung, die bisher etwa ein Jahr vor der Einschulung stattfindet, um ein weiteres halbes Jahr vorgezogen werden, damit die Kinder, denen es an Sprachkenntnissen fehlt, ein ganzes Jahr vorzeitig beschult werden können, um dann mit den anderen ABC-Schützen mithalten zu können.

Eine weitere geplante Maßnahme besteht darin, bei Kindern mit größerem Förderbedarf die ersten zwei Schuljahre auf drei Jahre zu verteilen. Die Entscheidung darüber sollen die Schulleitungen vor Beginn des ersten Schuljahres treffen. Mit beiden Maßnahmen soll im Schuljahr 2027/28 begonnen werden.
Die oppositionelle SPD begrüßte die stärkere Sprachförderung grundsätzlich, kritisierte aber, der Ansatz beschränke sich zu sehr auf die Sprachförderung. Besser sei es, wenn die Förderung in den Kitas stattfände und nicht in den Schulen.
Allerdings fehlen in NRW derzeit schon ohne diese Maßnahme etwa 3.000 Lehrer. Gerade beim schwierigen Sprachunterricht mit kleineren Kindern ist es auch kaum möglich, Seiteneinsteiger einzustellen. Zudem gibt es ab dem Schuljahr 2026/2027 in NRW einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, der zur Folge hat, dass in vielen Schulen alle verfügbaren Räume den ganzen Tag über belegt sind. Die praktische Umsetzung des Vorhabens könnte sich also schwierig gestalten.
Die niedersächsische Entscheidung, im Mathematikunterricht der Grundschule künftig auf das schriftliche Dividieren zu verzichten, will NRW nicht nachvollziehen. Auch diese Veränderung wird mit dem hohen Anteil migrantischer Kinder mit schlechtem Unterrichtsverständnis begründet.
Insgesamt ist in dem bevölkerungsreichsten Bundesland im vergangenen Jahr jede 20. Schulstunde ausgefallen.
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