Deutschland

Deutsche Bahn kämpft weiter mit chronischer Unpünktlichkeit

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn bleibt ein Sorgenkind: Die Pünktlichkeit ist weiter gesunken und liegt deutlich unter früheren Werten. Ausbau, Sanierung und Umbauten belasten den Betrieb zusätzlich. Eine spürbare Verbesserung ist erst in den kommenden Jahren zu erwarten.
Deutsche Bahn kämpft weiter mit chronischer UnpünktlichkeitQuelle: Legion-media.ru © Wolfgang Maria Weber

Auch zu Beginn des neuen Jahres bleibt der Fernverkehr der Deutschen Bahn von bekannten Problemen geprägt. Baustellen, strukturelle Engpässe und ein überlastetes Schienennetz belasten den Betrieb weiterhin. Die Pünktlichkeit ist 2025 erneut gesunken und hat einen neuen Tiefstand erreicht. Für die Fahrgäste bedeutet das auch im laufenden Jahr kaum Aussicht auf Entlastung.

Der Fernverkehr kann damit auf ein weiteres schwaches Jahr zurückblicken. Nach internen Zahlen erreichten 2025 nur noch 60,1 Prozent der ICE- und Intercity-Züge ihr Ziel ohne nennenswerte Verspätung. Im Vorjahr lag die Quote bei 62,5 Prozent, vor zehn Jahren noch deutlich über 70 Prozent. Bei der Bahn gilt ein Zug bereits dann als verspätet, wenn er mehr als fünf Minuten vom Fahrplan abweicht.

Der langfristige Trend ist klar. Seit Jahren nimmt die Zuverlässigkeit im Fernverkehr ab, trotz steigender Investitionen und wiederholter Ankündigungen des Konzerns. Die Deutsche Bahn nennt als Hauptgründe die zahlreichen Baustellen im maroden Schienennetz sowie die chronisch überlasteten Verkehrsknoten. Dort stauen sich Züge regelmäßig, Verspätungen setzen sich fort und lassen sich nur schwer abbauen.

Auch für 2026 bleiben die Erwartungen gedämpft. Konzernchefin Evelyn Palla hatte angekündigt, zunächst eine Stabilisierung der Pünktlichkeitswerte anzuvisieren. Das Ziel liegt bei mindestens 60 Prozent pünktlicher Fernzüge. Von einer merklichen Verbesserung kann vorerst keine Rede sein.

Am Ziel der Bundesregierung, bis Ende 2029 wieder eine Pünktlichkeitsquote von 70 Prozent zu erreichen, hält Palla zwar fest. Wie dieser Wert realistisch erreicht werden soll, bleibt jedoch offen.

Um den Konzern handlungsfähiger zu machen, treibt die Bahnchefin eine umfassende Neuorganisation voran. Entscheidungsbefugnisse sollen stärker in die Regionen verlagert werden, während die Zentrale in Berlin verschlankt wird. Zahlreiche Führungspositionen unterhalb des Vorstands sollen entfallen, auch die Gremien bei DB Regio und DB Fernverkehr werden verkleinert. Der Konzernvorstand selbst wurde bereits reduziert.

Die Deutsche Bahn erhöht ihre Investitionen in die Infrastruktur deutlich. 2025 flossen mehr als 19 Milliarden Euro in die Sanierung und Modernisierung des Schienennetzes, für 2026 sind über 23 Milliarden Euro vorgesehen. Kurzfristig verschärfen diese Maßnahmen jedoch die Situation, da zusätzliche Baustellen den laufenden Betrieb weiter belasten.

Ein Lichtblick zeigte sich lediglich über die Weihnachtsfeiertage. Zwischen dem 24. und 26. Dezember lag die Pünktlichkeit im Fernverkehr bei rund 75 Prozent. Damit lag der Wert deutlich über dem Jahresdurchschnitt, blieb jedoch unter dem Niveau des Vorjahres. Eine Trendwende ist daraus kaum abzuleiten.

Für die Fahrgäste bleibt der Befund ernüchternd. Die Deutsche Bahn steckt in einem strukturellen Dilemma. Ohne massive Eingriffe in das marode Netz ist keine Verbesserung möglich, doch genau diese Eingriffe verschlechtern zunächst die Lage. Verlässlichkeit im Fernverkehr bleibt vorerst ein Versprechen auf später.

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