Deutschland

Deutsche Kernbranche Maschinenbau: Jeder fünfte Arbeitsplatz bedroht

Aufgrund der geopolitischen Rahmenbedingungen und der Untätigkeit der Politik verdüstern sich die Aussichten für die deutsche Industrie. Allein im Maschinenbau sind 200.000 Arbeitsplätze gefährdet. Optimismus verbreiten nur staatliche Behörden - ohne triftigen Grund.
Deutsche Kernbranche Maschinenbau: Jeder fünfte Arbeitsplatz bedrohtQuelle: www.globallookpress.com © Rainer Weisflog

Die Arbeitsagentur meldete am Freitag den Anstieg der Arbeitslosenzahl auf über drei Millionen und damit auf den höchsten Stand seit Februar 2015. Gleichzeitig beschwichtigt die Behörde: Damit sei der Höchststand erreicht. Die von der ehemaligen Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) geführte Bundesagentur für Arbeit mit Sitz in Nürnberg erwartet rückläufige Arbeitslosenzahlen.

Diese Erwartung ist vermutlich eher politisch motiviert. Als Behörde ist die Arbeitsagentur nicht unabhängig. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Horvath, über die der Blog Makroskop berichtet, deutet auf eine Entwicklung in eine ganz andere Richtung. Laut der Studie könnte jeder fünfte Arbeitsplatz im Maschinenbau wegfallen. Insgesamt handelt es sich dabei um 200.000 Stellen.

Die Gründe dafür sind schnell aufgezählt und unterscheiden sich nicht grundsätzlich von den Ursachen für die düsteren Aussichten in anderen Branchen: Dem auf Export orientierten Maschinenbau werden die geopolitischen Rahmenbedingungen zum Verhängnis. Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle in Höhe von 15 Prozent belasten den Export in Richtung von Deutschlands wichtigstem Handelspartner, in die USA.

Gleichzeitig macht Deutschlands zweitwichtigster Handelspartner den deutschen Maschinenbauern immer stärker Konkurrenz. Aufgrund des rasanten technologischen Fortschritts in China verzichtet die Volksrepublik nicht nur auf Importe aus Deutschland, sondern wird zu einem starken Konkurrenten auf dem Weltmarkt für deutsche Unternehmen.

Was im Beitrag auf Makroskop nicht erwähnt wird, ist, dass aufgrund der Sanktionen der russische Markt de facto weggebrochen ist. Zwar waren die Exporte nach Russland anteilig am Gesamtvolumen relativ gering, könnten jetzt aber zu einer gewissen Stabilisierung beitragen.

Hinzu kommen sich verschlechternde Standortbedingungen. Aufgrund der durch das Sanktionsregime verursachten hohen Energiepreise schwindet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. Da eine Rückkehr zum Bezug günstiger russischer Energie nicht zu erwarten ist, bleiben die Kosten für Energie absehbar hoch. Daran kann auch eine Subventionierung dauerhaft nichts ändern. Hinzu kommt, dass Waren aus der EU sich durch die Dollarabwertung zusätzlich zu den verhängten Einheitszöllen in den USA relativ verteuert haben.

Der Maschinenbau gilt neben dem Automobilbau als eine der Kernbranchen der deutschen Wirtschaft. Dort ist rund eine Million Arbeitnehmer beschäftigt.

Neben den äußeren Faktoren ist für den Industriestandort fatal, dass die deutsche Politik nicht über wirtschaftspolitische Korrekturen nachdenkt. Die EU hofft auf Nachverhandlungen mit den USA, Bundeskanzler Friedrich Merz sieht keine Notwendigkeit, am Konzept der Exportorientierung der deutschen Wirtschaft etwas zu ändern und die Inlandsnachfrage zu stärken.

Nahezu alle bisher angekündigten Maßnahmen der neuen Bundesregierung wirken im Gegenteil dämpfend auf die Inlandsnachfrage, die daher schwach bleibt. Die Binnennachfrage kann den Wegfall der Nachfrage aus dem Ausland nicht ausgleichen. Als einzig mögliche Reaktion der Unternehmen bleibt daher die Reduzierung der Produktionskapazitäten und damit verbunden Entlassungen.

Dass sich die Erwartungen der Bundesagentur für Arbeit erfüllen und künftig mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu rechnen ist, ist in diesem Umfeld unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist dagegen, dass die Zahlen deutlich ansteigen werden.

Mehr zum Thema – Erstmals seit 2015: Arbeitslosenzahl steigt auf über drei Millionen

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