
Die deutsche Automobilindustrie: Das Ende einer Erfolgsgeschichte

Von Rainer Rupp
Am Dienstag dieser Woche, am 26. August, veröffentlichte das Wirtschaftsberatungsunternehmen EY eine Studie, die wie ein kalter Eimer Wasser nicht nur über die deutsche Automobilindustrie, sondern auch über die gesamte deutsche Wirtschaft gekippt wurde. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Branche, einst das glänzende Aushängeschild des deutschen Wirtschaftswunders, taumelt am Abgrund. Umsätze schrumpfen, Arbeitsplätze verschwinden, und die Zulieferer kämpfen ums Überleben. Aber keine Sorge, liebe Wähler der CDU/CSU/SPD/GRÜNEN und Linken, die deutsche Politik und ihre nicht gewählten Mitstreiter in der EU-Kommission in Brüssel haben alles im Griff. Das behaupten sie zumindest, während sie den Karren noch tiefer in den Morast fahren.
Nachfolgend wollen wir uns mit den Hauptgründen für dieses grandiose Scheitern der deutschen "Eliten" in Politik, Wirtschaft und Medien beschäftigen und damit, warum die Bevölkerung nach wie vor gelassen zuschaut, wie diese Dilettanten der einstigen Luxuslimousine "Deutschland" nicht nur die Reifen zerstochen, sondern auch Sand ins Getriebe gestreut haben.

Ein düsteres Bild mit wenig Hoffnung.
Die EY-Studie ist Teil des aktuellen "Industrie-Barometers". Sie zeichnet ein Bild, das selbst die pessimistischsten Untergangspropheten sprachlos macht. Im zweiten Quartal 2025 sank der Umsatz der deutschen Industrie um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das achte Quartal in Folge mit rückläufigen Zahlen. Die Automobilindustrie trägt die Hauptlast: Innerhalb eines Jahres wurden 51.500 Arbeitsplätze – knapp sieben Prozent der Stellen – abgebaut, fast die Hälfte aller verlorenen Industriejobs in Deutschland. Der Umsatz der Branche schrumpfte 2024 um fünf Prozent auf 536 Milliarden Euro und die Beschäftigungszahlen sanken zum Jahresende um 2,4 Prozent. Besonders die Zulieferer stehen unter Druck, da die Elektromobilität nicht wie gutgläubig, aber fälschlicherweise erhofft, Fahrt aufgenommen hat, wodurch zig Milliarden teure hohe Investitionen in neue Technologien verloren gegangen sind, denn in diesen Technologien und in ihrer preisgünstigen Massenherstellung hatten andere Länder – vor allem China – die Deutschen und den Rest der Automobilindustrie des Westens längst abgehängt.
Constantin M. Gall, Managing Partner und Leiter der Mobility Abteilung bei EY, spricht von einer "massiven und umfassenden Krise". Schwache Nachfrage, hohe Kosten und das teure Nebeneinander von Verbrennern und Elektroautos belasten die Branche. Die Zulieferer, so Gall, stehen mit dem Rücken zur Wand, da der Hochlauf der Elektromobilität stockt und die regulatorischen Rahmenbedingungen unklar bleiben. Die Studie hebt hervor, dass insbesondere der Export, einst das Rückgrat der Branche, schwächelt – besonders nach China, wo die Umsätze um 14 Prozent eingebrochen sind.
Doch während die Zahlen schonungslos die Realität aufzeigen, liegt die wahre Kunst des Scheiterns in den politischen Entscheidungen, die Deutschland und die EU mit einer Mischung aus ideologischem Eifer und bürokratischer Blindheit in diese Misere geführt haben.
Grüner Klimawahnsinn: Wenn Ideologie die Wirtschaft zerlegt
Beginnen wir mit dem Herzstück des politischen Versagens: dem grünen Klima-Irrsinn, der in Berlin und Brüssel wie ein Dogma verehrt wird. Die EU hat sich mit dem "Green Deal" und dem Verbot von Verbrennermotoren ab 2035 ein Ziel in Wolkenkuckucksheim gesetzt, das in seinen Ambitionen die Realität schlicht ignoriert. Die Idee, die Automobilindustrie in eine rein elektrische Zukunft zu zwingen, mag in den hippen Cafés von Brüssel nachhaltig klingen, aber in den Produktionshallen von Stuttgart und Wolfsburg sorgt sie inzwischen für blankes Entsetzen. Die EY-Studie zeigt, dass die Investitionen in Elektromobilität hohe Summen verschlingen, ohne die erhofften Markterfolge zu liefern. In vielen EU-Ländern liegt der Marktanteil von Elektroautos unter zehn Prozent – ein klares Zeichen, dass der Verbraucher nicht mitspielt.
Doch warum sollte die Politik auf die Bedürfnisse der Bürger oder die Machbarkeit achten, wenn man mit Verboten punkten kann? Das Verbrennerverbot, ein Meisterwerk bürokratischer Überheblichkeit, zwingt Hersteller, ihre Produktionsketten umzubauen, während die Infrastruktur für Elektroautos – das heißt: Ladesäulen und erschwingliche Batterien – weiterhin ein Wunschtraum bleibt. Die Folge? Arbeitsplätze in der traditionellen Automobilproduktion gehen verloren, während die neuen Jobs in der Elektromobilität entweder nicht entstehen oder nach China abwandern, wo die Batterien produziert werden. Ein Bravo und ein großes "Avanti Dilettanti" für die Sesselfurzer in Brüssel! Aber es kommt noch schlimmer!
Künstliche Energieverteuerung: Der Abschied von der Vernunft
Während die deutsche Industrie unter steigenden Energiepreisen ächzt, haben unsere genialen Politiker in ihrer Weisheit beschlossen, auf preiswertes russisches Gas zu verzichten. Der absichtliche Boykott des russischen Lieferanten – eine geopolitische Meisterleistung – hat die Energiekosten in die Stratosphäre katapultiert. Die EY-Studie hebt hervor, dass hohe Energie- und Materialpreise die Margen der Zulieferer auffressen. Wer braucht schon bezahlbare Energie, wenn man stattdessen mit Sanktionen moralische Überlegenheit demonstrieren kann? Die deutsche Industrie, insbesondere die energieintensive Automobilproduktion, und die davon abhängigen Arbeitsplätze und Einkommen zahlen den Preis für diesen politischen Irrsinn auf dem Weg zur Selbstzerstörung.
Als ob das nicht genug wäre, treibt die Erhöhung der CO₂-Abgaben und -Steuern die Kosten weiter in die Höhe. Die Idee, Unternehmen für ihren CO₂‑Ausstoß zu bestrafen, während man gleichzeitig die Produktion von Elektroautos fordert, die aufgrund fehlender Infrastruktur und hoher Kosten kaum gekauft werden, ist ein Paradebeispiel für wirtschaftspolitischen Masochismus. Die EY-Studie macht deutlich, dass die Branche unter diesen Bedingungen kaum wettbewerbsfähig bleibt, besonders wenn China mit günstigen und guten Elektroautos auf dem Weltmarkt vertreten ist.
Weitere Gründe für das Debakel: die Liste der Versäumnisse
Doch die Liste der politischen Fehltritte ist noch nicht zu Ende. Hier noch einige weitere Perlen der deutschen und europäischen Wirtschaftspolitik:
- Der Bürokratie-Weltmeistertitel gehört Deutschland und der EU, denn sie haben ein Talent dafür, Unternehmen mit einem Dschungel aus Regulierungen zu strangulieren. Als zunehmenden Hemmschuh für die Produktion erwähnt die EY-Studie die komplexen Steuerregelungen bis hin zu neuen Berichtspflichten für Nachhaltigkeit. Warum auch Innovation fördern, wenn man stattdessen Formulare ausfüllen lassen kann?
- Als Nächstes hätten wir den Fachkräftemangel durch das Versagen der deutschen Bildungspolitik: Die Automobilindustrie benötigt dringend Fachkräfte, insbesondere in Bereichen wie Mechatronik und IT, um die Transformation zu schaffen. Doch die deutsche Bildungspolitik hat es in den vergangenen Jahrzehnten versäumt, ein zukunftsfähiges Bildungssystem aufzubauen. Die Prognos-Studie des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie zeigt, dass Berufe mit steigender Relevanz wie IT-Administration oder Mechatronik bereits jetzt unter Fachkräftemangel leiden. Wer braucht schon Ingenieure, wenn man stattdessen die viel wichtigeren Gender-Studien fördern kann?
- Dann wäre da noch die fehlende Infrastrukturförderung. Während die politischen Eliten und ihre medialen Hofschranzen seit Jahren ununterbrochen Elektroautos gepredigt haben, ist die Infrastruktur für Ladestationen von E-Autos ein Witz geblieben. Die EY-Studie deutet darauf hin, dass zumindest ein Teil der schwachen Nachfrage nach Elektroautos mit der mangelnden Infrastruktur von guten und schnellen Ladestationen zusammenhängt. Aber warum in Ladesäulen investieren, wenn man stattdessen CO₂-Ziele als Fortschritte präsentieren kann?
- Ein weiterer, erschwerender Grund für das Desaster ist die atemberaubende Ignoranz und kulturell bedingte Überheblichkeit, welche die deutschen und europäischen sogenannten Eliten gegenüber der globalen Konkurrenz gezeigt haben. Inzwischen ist allerdings der Traum, dass am deutschen E-Auto die Welt genesen müsste, ausgeträumt, denn China und das amerikanische Silicon Valley drängen mit neuen Geschäftsmodellen und günstigen Elektroautos auf den Markt, während Deutschland und die EU sich weiter in bürokratischen Debatten verlieren. (Die EY-Studie zeigt, dass deutsche Autokonzerne in China zweistellige Absatzeinbußen hinnehmen mussten, während Tesla dort um 30 Prozent zulegte. Die politische Elite in Deutschland und ihre Wasserträger scheinen zu glauben, dass man globale Konkurrenz mit Moralpredigten besiegen kann.)
- Zu guter Letzt hätten wir dann auch noch das Subventionschaos. Davon zeugt die Art und Weise, wie die deutsche Politik Milliarden in die Elektromobilität gepumpt hat, ohne klare Vorstellungen und ohne Strategie. Aktuell erfährt man z. B. fast täglich in den Nachrichten, wie im Rahmen des geplanten Übergangs zur E-Mobilität bereits im Bau befindliche Produktionsstätten aufgegeben werden. Dabei werden die oft mit übertriebener Hast verteilten Subventionen – teilweise in Höhe von Hunderten Millionen Euro – in den Sand gesetzt, ohne dass die verantwortlichen Politiker dafür zur Rechenschaft gezogen oder wenigstens kritisiert würden.
- Derweil geht es weiter wie zuvor: Förderprogramme kommen und gehen und aufgrund einer fehlenden Strategie werden dadurch zusätzliche Unsicherheiten geschaffen, die den Markt verzerren. Die EY-Studie weist darauf hin, dass die unklaren regulatorischen Rahmenbedingungen die Investitionsbereitschaft hemmen. Aber wer benötigt schon Planungssicherheit, wenn man mit kurzfristigen Fördertöpfen Stimmen für die Politik kaufen kann?
Ein Blick nach vorn: in den Abgrund
Die EY-Studie ist nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ein Spiegel, der der deutschen Politik ihre Fehler gnadenlos vorhält. Die Automobilindustrie, die Schlüsselbranche der deutschen Wirtschaft, leidet unter einer Kombination aus grünem Ideologie-Wahn, künstlich verteuerter Energie, bürokratischer Überregulierung und einer ignoranten Haltung gegenüber globaler Konkurrenz. Während die Branche ums Überleben kämpft, scheint die Politik in Berlin und Brüssel weiterhin in einer Parallelwelt zu leben, in der gute Absichten die Gesetze der Wirtschaft außer Kraft setzen.
Die Prognos-Studie des VDA schätzt, dass bis zum Jahr 2035 weitere 186.000 Arbeitsplätze in der Branche verschwinden könnten. Doch anstatt die Weichen für eine wettbewerbsfähige Zukunft zu stellen, scheint die Politik in Berlin und Brüssel weiterhin auf Ideologie und Symbolpolitik zu setzen.
Was wäre die Alternative? Vielleicht eine Politik, die auf bezahlbare und verlässliche Energie setzt, was früher die Lieferungen aus Russland garantiert haben, die von der Bundesregierung absichtlich gestoppt wurden. Und indem die Infrastruktur ausgebaut wird, die Bürokratie abgebaut und die Bildung gefördert wird – aber das wäre ja viel zu vernünftig. Stattdessen dürfen wir uns auf weitere CO₂-Steuererhöhungen, Verbrennerverbote und moralische Belehrungen freuen, während China und die USA die Märkte erobern. Die deutsche Automobilindustrie, einst der Motor der Wirtschaft, wird zum Mahnmal für politisches Versagen.
Die selbsterklärten politischen Eliten haben es in ihrer ignoranten Arroganz geschafft, eine der stärksten Industrien der Welt an die Wand zu fahren. Jetzt bleibt nur noch die Frage, wer die Trümmer aufräumt – und wer dafür bezahlt. Das wird Otto Normalverbraucher sein – denn angesichts der von Finanzminister Klingbeil jüngst in Kiew versprochenen 9 Milliarden Euro jährlich für die Fortsetzung des Stellvertreterkriegs in der Ukraine, kann das alles nur durch massive Kürzungen der Sozialleistungen finanziert werden, worauf uns die Merz-Regierung bereits vorbereitet.
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